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vonHattstatt

Hochfreies oberelsäss. Adelsgeschlecht des späten 12. bis 16. Jh., benannt nach der Burg H. südlich von Colmar. Erster urkundlich erw. Vertreter ist Conrad I. der Junge (belegt 1162-88). Die Besitzungen lagen in der Umgebung der Burg, im Münster- und Lebertal, um Gérardmer und La Bresse jenseits der Vogesen sowie bei Pfirt (Ferrette). Neben H. waren Sulzbach, Herlisheim und Weier im Tal Herrschaftszentren. Lehen trugen die H. von den dt. Königen, den Hzg. von Österreich und Lothringen, den Bf. von Strassburg und Basel, der Abtei Murbach, den Gf. von Pfirt und Horburg (später Württemberg) sowie den Hzg. von Brabant. Der Aufstieg erfolgte im 13. Jh., insbesondere unter Rudolf von Habsburg, der Conrad Wernher (bezeugt 1263-1320) mit der Landvogtei im Oberelsass betraute. Ab dem 14. Jh. verstärkten die H. die Beziehungen zu den Hzg. von Österreich, die sie als Landesherren anerkennen mussten. Mitglieder der Fam. amtierten als Landvögte Österreichs und des Reichs, Schultheissen und Vögte der Reichsstädte, Inhaber österr. Ämter, Räte und Gesandte der österr. Herzöge und als Mitglieder der österr. Regierung zu Ensisheim. Sie nahmen Partei gegen Ottokar von Böhmen 1278, gegen die Eidgenossen (vor Zürich 1351, bei Sempach 1386, im Schwabenkrieg 1499), gegen die Reichsstädte Basel und Mülhausen (15. Jh.) und gegen Burgund (1469-74). Solddienste leisteten sie im 14. bis 15. Jh. für die Hzg. von Lothringen, um 1500 für die Pfalzgf. und die Hzg. von Württemberg. Geistliche gehörten den Domstiften Basel (13. bis 15. Jh.) und Worms wie auch dem Deutschorden an. Conrad Wernher (bezeugt 1250, 1283) war Deutschordenslandkomtur im Elsass und Burgund. Heiratsbeziehungen bestanden zu hochfreien und namhaften niederadligen Fam., auch zu solchen aus Baden und aus der Gegend von Basel. Das zahlenstarke Geschlecht gliederte sich in versch. Linien, so die "Jungen" (1162-1433/35), die "Gutemannen" (1241-1585), die "H. mit dem Stern" (1250-Ende 14. Jh., Seitenlinie von Ammerschweier bis 3. Viertel 16. Jh.) und die "Harst" (1282-1430). Erbregelungen zwischen den Linien verhinderten eine Besitzzersplitterung. Die Fam. erlosch in männl. Linie mit Nikolaus (1510-85), Oberst in franz., schwed., span., holländ. und Reichsdiensten, 1573 Bürger von Basel, Besitzer des Hattstätterhofs in Kleinbasel und von Schloss Binningen.

Quellen und Literatur

  • StABS, Adelsarchiv
  • V. Feller-Vest, Die Herren von H., 1982
  • Nouveau dictionnaire de biographie alsacienne 15, 1989, 1434-1437
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