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vonRotenburg

Luzerner Adelsgeschlecht (11.-13. Jh.), benannt nach der erst ab 1240 bezeugten, abgegangenen Rothenburg. Bezüglich der Herkunft wird in der aktuellen Forschung wieder ein Zusammenhang mit einem adligen Geschlecht gleichen Namens aus dem Neckargebiet postuliert, das nach einer Erbteilung um 1140 durch Heiratsbeziehungen Rechte in der Innerschweiz erworben haben soll. Die genealog. Zusammenhänge der ältesten drei Generationen, die mit Hüpold (erw. 1. Hälfte des 12. Jh.) einsetzen, sind nur in Traditionsnotizen aus dem 15. Jh. überliefert; urkundlich erstmals bezeugt sind die R. 1130 mit Walter I. Die Herrschaft Rothenburg umfasste Eigenbesitz und Reichsgüter um Rothenburg bis an den Vierwaldstättersee sowie die Vogtei über die Dinghöfe des Klosters Luzern (ausser in Schwyz). Zu Beginn des 13. Jh. erschienen die R. im Gefolge der Gf. von Kyburg, später der Gf. von Habsburg-Österreich, deren Übernahme der luzern. Kastvogtei um 1200 die Fam. zu habsburg. Lehensträgern werden liess. Durch die Heirat Arnolds I. (erw. 1168-92) mit Gepa, der Erbtochter der Frh. von Wolhusen, gelangte die Fam. in den Besitz der Herrschaft Wolhusen, die seine Nachkommen nach einer Erbteilung, allerdings unter kognat. Fortführung des Namens Wolhusen, von der Herrschaft Rothenburg getrennt verwalteten. Aufgrund von Konflikten mit dem Kloster und den Bürgern von Luzern verlor Arnold III. (erw. 1218-57) ab Mitte des 13. Jh. einen Teil seiner Vogteirechte in Luzern. Der allmähl. Niedergang wurde durch die Politik der habsburg.-österr. Landesherrschaft und ökonom. Schwierigkeiten des Klosters Luzern noch beschleunigt. Die Fam. ist 1285 mit Arnold IV. ausgestorben.

Quellen und Literatur

  • F. Zelger, Stud. und Forsch. zur Gesch. der Frh. von R.-Wolhusen, sowie des Amtes und des Fleckens R., 1931, 10-72
  • H. Jänichen, Herrschafts- und Territorialverhältnisse um Tübingen und Rottenburg im 11. und 12. Jh., 1964, 79-85
  • F. Glauser, «Luzern und die Herrschaft Österreich 1326-1336», in Luzern und die Eidgenossenschaft, 1982, 9-135