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vonSchnabelburg

Hochadlige Familie des 12. bis 15. Jahrhunderts, benannt nach der gleichnamigen Burg auf dem Albis, mit Allodialbesitz zwischen Albis und Luzern sowie Reichslehen in Uri. Die Schnabelburg wurden von der älteren Forschung als Zweig der Freiherren von Eschenbach eingereiht, wobei die genealogischen Zusammenhänge der Clans, die sich Schnabelburg, von Rapperswil, von Wädenswil und von Bonstetten nannten, noch ungenügend erforscht sind, und die Annahme kognatischer Verwandtschaftsverhältnisse zur Erklärung von Rechts- und Besitzzusammenhängen problematisch ist. Die Adelsfamilie der Schnabelburg ging Heiratsverbindungen mit den Freiherren von Klingen und von Signau, den Grafen von Thierstein und von Habsburg-Laufenburg sowie mit süddeutschen Nobilesgeschlechtern ein. Nach dem Aussterben der Grafen von Lenzburg 1173 standen sie an der Seite der Herzöge von Zähringen, in deren Gefolge sie als Vögte über die Besitzungen der Zürcher Fraumünsterabtei, zum Teil auch des Grossmünsters, politisch aufstiegen. Als 1218 auch die Zähringer ausstarben, hielten sie sich aufgrund ihres Allodialbesitzes wohl noch in einer prestigeträchtigen Position. Ende des 13. Jahrhunderts besassen sie Lehen der Grafen von Habsburg. Als Erster nahm Berchtold I. von Eschenbach 1185 bei der Stiftung des Klosters Kappel den Zunamen Schnabelburg an. Seine Söhne Ulrich I. (1223-1253 erwähnt) und Walter I. (1223-1245 erwähnt), der als Vogt von Schwarzenberg wirkte, blieben in enger Verbindung mit den Freiherren von Eschenbach. Nach der Erbteilung im Hause Eschenbach-Schnabelburg in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts übernahm der Schnabelburger Zweig den Breisgauer Besitz, ein Erbe der Freiherren von Schwarzenberg mit den Burgen Kastelberg und Schwarzenberg bei Waldkirch, und verlagerte damit seinen Schwerpunkt in den süddeutschen Raum, hielt aber die Verbindungen zu den schweizerischen Besitzungen aufrecht. Der andere Zweig der Freiherren von Eschenbach erhielt die Schnabelburg, nach der sich weiterhin einzelne Vertreter benannten.

Quellen und Literatur

  • H. Zeller-Werdmüller, «Die Freien von Eschenbach, Schnabelburg und Schwarzenberg», in ZTb NF 16, 1893, 62-105
  • G. Boesch, «Die Frh. von Schnabelburg», in Bl. der Vereinigung Pro Sihltal 7, 1957, 17-24
  • N. Häne, Die Herren von Eschenbach und Schnabelburg als ma. Adelsgruppe, Liz. Zürich, 1996

Zitiervorschlag

Franziska Hälg-Steffen: "Schnabelburg, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.08.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019765/2011-08-19/, konsultiert am 04.03.2024.