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GiocondoAlbertolli

24.7.1742 Bedano, 15.11.1839 Mailand, katholisch, von Bedano. Sohn des Francesco Saverio, Architekten, und der Margherita De Giorgi. Marta Caterina De Giorgi. Der Architekt, Ornamentierer, Bildhauer und Vater von 15 Kindern begründete die in Brera wirkende Dynastie der Albertolli. Nach ersten Lehrjahren in einem Kollegium in Aosta, wo sein Vater arbeitete, wurde Giocondo Albertolli mit elf Jahren nach Parma zu seinem Onkel Ferdinando, einem Bildhauer, geschickt. An der dortigen Akademie der schönen Künste besuchte Albertolli unter der Anleitung von Abt Giuseppe Peroni Kurse in Bildhauerei, Zeichnen und Architektur. Besonders beeinflusst wurde er in Parma durch Ennemond-Alexandre Petitot, dem Architekten der herzoglichen Bauten. Während seines zehnjährigen Aufenthalts in Parma führte Albertolli zahlreiche Stuckverzierungen in verschiedenen Kirchen aus und fertigte die Figuren für den Triumphbogen an, den Petitot 1769 zu Ehren von Herzog Ferdinand und dessen Gattin Maria Amalia von Österreich entworfen hatte. 1770 wurde er nach Florenz gerufen, um die Villa von Poggio Imperiale zu dekorieren. Während seiner Florentiner Zeit (1770-1773), wo ihn die toskanische Renaissancekunst tief beeindruckte, reiste er nach Rom und Neapel. Dort lernte er die Architekten Vanvitelli kennen, die ihn mit ihrem Schüler Giuseppe Piermarini bekannt machten. Dieser rief Albertolli 1774 nach Mailand, um die Gemächer des Palazzo Reale zu verzieren. In den ca. 20 Jahren ihrer Zusammenarbeit prägten sie Baukunst, Innenarchitektur und Städtebau der Lombardei. 1775 gehörte Albertolli zu den Mitbegründern der Akademie von Brera, deren Ornamentik-Schule er während 37 Jahren leitete. Seine Lehre wurde auch dank den nebenbei entstehenden, zwischen 1782 und 1805 publizierten Werken bekannt. 1812 überliess er die Lehrtätigkeit seinem Neffen Ferdinando, behielt jedoch die Aufsicht über die jährlich von der Akademie ausgeschriebenen Wettbewerbe. 1807-1814 war er Mitglied der Commissione del Pubblico ornato («Verschönerungskommission»), welche die ganze Bautätigkeit in Mailand kontrollierte und der Stadt den neoklassizistischen Stil auferlegte. In seinen letzten aktiven Jahren konzipierte und realisierte Albertolli den Palazzo Melzi in Porta Nuova, den Altar des heiligen Markus in Mailand, die Villa Melzi in Bellagio und sein eigenes Wohnhaus in Lugano (heute Sitz der SNB). Unter Verwendung der ursprünglichen Baumaterialien und architektonischen Elemente baute er 1816 im Park der gräflichen Villa Andreani in Moncucco di Brugherio bei Monza die Antoniuskapelle des Franziskanerklosters Lugano wieder auf. Trotz seines Wohnsitzes in Mailand kehrte er regelmässig nach Bedano zurück, wo er sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein heute noch existierendes Haus gebaut hatte.

Quellen und Literatur

  • Ornamenti diversi, 1782
  • Alcune decorazioni di nobili sale ed altri ornamenti, 1787
  • Miscellanea per i giovani studiosi del disegno, 1796
  • Corso elementare d'ornamenti architettonici, 1805
  • ASTI, Fonds Albertolli
  • Castello Sforzesco, Mailand (Städt. Slg. Bertarelli, Slg. Maggiolini), Zeichnungen
  • Archiv der Akad. von Brera, Gravuren
  • G. Kannès, «Luigi Canonica, Giocondo Albertolli e i primi spunti neogotici e romantici nella architettura lombarda», in AST 72, 1977, 171-186
  • A. Finocchi, «Disegni di Albertolli nella Raccolta Maggiolini di Milano e all'Archivio Cantonale di Bellinzona», in Il disegno di architettura 2, 1990, 17-20
  • F. Cleis et al., Una via milanese per Pietroburgo, 1996
  • M. Tettamanti, Giocondo Albertolli disegnatore di mobili, Diss. Florenz, Ms., 1996
  • A.R. Masiero, «Fondo Albertolli», in Archivi e architetture, hg. von L. Tedeschi, 1998, 118-129
  • BLSK, 15 f., (mit Bibl.)
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF

Zitiervorschlag

Lucia Pedrini Stanga: "Albertolli, Giocondo", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.07.2002, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019816/2002-07-04/, konsultiert am 07.02.2023.