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BernhardSimon

29.2.1816 Niederurnen, 28.7.1900 Ragaz, ref., von Niederurnen. Sohn des Balthasar, Schusters und Kleinbauern, und der Anna Katharina geb. Zweifel, von Glarus. Nach einer prakt. Ausbildung betätigte sich S. ab 1835 im Baufach in Lausanne und liess sich 1839 in St. Petersburg nieder, wo er zu einem der gesuchtesten Architekten der Stadt avancierte; v.a. für adlige Bauherren schuf er zahlreiche herrschaftl. Wohnbauten. 1853 wurde er Mitglied der kaiserl. Akademie der Künste. Ein Magenleiden zwang S. 1854 zur Rückkehr in die Schweiz. Nach seiner Niederlassung in St. Gallen überwachte er als bauverantwortl. Verwaltungsrat der sankt-gallisch-appenzell. Eisenbahngesellschaft bis 1856 den Bau der Bahnlinie Winterthur-St. Gallen-Rorschach. Nach der Eröffnung der Strecke war er Betriebsdirektor. Ab 1860 betätigte er sich wieder als freier Architekt und schuf in St. Gallen das Poststrassenquartier und das Postgebäude (1860-62), den Wiederaufbauplan für den abgebrannten Flecken Glarus (1861; gemeinsam mit Johann Kaspar Wolff), das kant. Regierungsgebäude in Glarus (1862-64) und das Postgebäude in Lausanne (1862-64). 1868 übernahm S. die Domäne Hof Ragaz und die Konzession von Bad Pfäfers samt Thermalquelle. Bis 1871 baute er Ragaz zu einem mondänen Kurbad mit dem 1869 eröffneten Hotel Quellenhof, dem Kursaal, dem Thermalschwimmbad und einer grosszügigen Parkanlage aus. S. gilt als erfolgreicher Unternehmerarchitekt, der in architekton. und ökonom. Hinsicht je nach Herausforderung und Auftraggeberschaft flexibel reagierte: Die russ. Herrschaftsbauten (und auch die noch in St. Petersburg entworfene Villa Charlottenfels in Neuhausen am Rheinfall, Ausführung 1850-54) imponieren mit grosszügigen Grundrissanlagen und Fassadengestaltungen mit reicher Ornamentik, während die Schweizer Bauten in zurückhaltendem Spätklassizismus ausgeführt wurden.

Quellen und Literatur

  • Architektenlex., 498
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Lebensdaten ∗︎ 29.2.1816 ✝︎ 28.7.1900