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Fröweler

Basler Achtburgergeschlecht. Der aus Waldshut zugezogene Heinrich erwarb 1299 das Basler Bürgerrecht. Die F. zählten bald zur Hohen Stube, verschwägerten sich mit anderen Achtburgergeschlechtern und mit adligen Fam. der Stadt und der weiteren Umgebung bis nach Bern. Im 14. Jh. wirkten Angehörige der Fam. in geistl. Ämtern u.a. als Dignitäre am Domstift (Adelsstatut 1337). Der ökonom. und polit. Aufstieg stand in Zusammenhang mit dem Geldbedarf der Bischöfe. Wiederholt traten die F. als deren Geldgeber und Bürgen auf und zogen bischöfl. Güter und Ämter (Vitztum, Brotmeister) an sich. Drei Angehörige amteten gegen Ende des 14. Jh. als Oberstzunftmeister, einer als Schultheiss des Stadtgerichts. Rudolf (1380 in Rom), 1324-32 Stud. in Bologna, Domherr zu Basel, seit 1361 als Domkustos, wurde infolge der polit. Umtriebe 1376 (Böse Fasnacht) auf ewig aus der Stadt verbannt. Henman von Erenfels, Oberstzunftmeister 1398 und 1400-08, führte mit Bürgermeister Hans Ludman von Rotberg und Peter zem Angen anfangs des 15. Jh. (Rotberg-Erenfels-Handel) ein autokrat. Regiment und wurde 1410 auf zwanzig Jahre nach Thun verbannt. Henman von Hirzbach (vor 1419), Neffe des genannten Rudolf, Domherr und Scholastikus wurde 1411 im Zusammenhang mit der Verbannung seines Verwandten Henman von Erenfels ebenfalls der Stadt verwiesen. Die F. hatten im Münster ihre eigene Kapelle mit Kaplanei und Grabstätte. Letzter bedeutender Vertreter war Ratsherr Konrad, der 1457 sein Basler Bürgerrecht aufgab, Schultheiss in Rheinfelden wurde und 1472 als Vogt zu Homberg starb.

Quellen und Literatur

  • W.R. Staehelin, «Die Fröwler von Basel», in SAHer 60, 1946, 1-6
  • HS I/1, 307, 312