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vonHalten

Ritteradliges Ministerialengeschlecht, 13.-16. Jh., benannt nach der Burg in H. (in der gleichnamigen solothurn. Gem.), deren Turm aus dem 13. Jh. noch besteht. Ein Zweig in Ligerz nannte sich d'Autes bzw. de Aultez. Nach dem Aussterben der Gf. von Kyburg, deren Gefolgsleute die von H. waren, erreichte die Fam. eine recht eigenständige Stellung. Die Herrschaft H. umfasste einige Dörfer südöstlich von Solothurn, dazu Streubesitz im Oberaargau und im Bernbiet. Die Genealogie ist lückenhaft und die Abfolge einzelner Verzweigungen umstritten. Verwandtschaftl. Beziehungen bestanden zu den Ritteradligen von Matten und den Obwaldner von Hunwil. Als frühester Vertreter ist für 1201 Notker bezeugt. Nach der Zerstörung der Burg H. im Gümmenenkrieg veräusserte Konrad III., Edelknecht, die Herrschaft H. um 1333 an einen Berner Bürger und empfing im gleichen Jahr Rechte im Berner Oberland. Eine Zweigbildung muss allerdings schon vor 1300 stattgefunden haben, findet sich doch bereits ab 1299 ein Peter, Gefolgsmann der Gf. von Neu-Kyburg, im Berner Oberland, der 1304-09 Landammann zu Hasli war. Weitere Vertreter dieses Zweiges waren im Berner Oberland durch das ganze 14. Jh. politisch von gewisser Bedeutung. Während der 2. Hälfte des 14. Jh. findet sich ein Zweig in Obwalden, der mit dem Berner Oberländer Zweig verwandt gewesen sein muss und politisch wie auch sozial von Bedeutung war. Mit einem ebenfalls Peter genannten Vertreter des Geschlechts beginnt ein Zweig, der ab 1327 in Solothurn verburgrechtet war. Er starb im frühen 15. Jh. mit Dietmar, Edelknecht und Ratsmitglied, aus. Ein weiterer Zweig der Fam. hatte nach 1350 in Ligerz das Meieramt inne und gehörte zu den Lehnsleuten der Gf. von Neuenburg.

Quellen und Literatur

  • FRB 1-10
  • F. Eggenschwiler, Die territoriale Entwicklung des Kt. Solothurn, 1916, 89-94
  • W. Meyer, E. Widmer, Das grosse Burgenbuch der Schweiz, 1977