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deTavannes

Eine der mächtigsten jurass. Adelsfamilien des Bistums Basel im MA, ab dem 12. Jh. mit den Rittern Walter und Nocher erwähnt. Die T. besassen in allen Teilen des Bistums Ländereien, Zehnten, Bodenzinsen und Renten und bekleideten öffentl. Ämter. Vertreter der Fam. amtierten als Kastlane von Roche-d'Or, Saint-Ursanne und Pruntrut, als Meier von Biel oder Bürgermeister von Delsberg. Mehrere T. waren Chorherren von Moutier-Grandval, Saint-Imier und Saint-Ursanne. Burkard (Bourquieret) wirkte 1295-96 als Propst von Saint-Imier, Jean war 1467-92 Kustos von Saint-Ursanne. Die Fam. teilte sich in drei Zweige. Der erste Zweig der T. de la Tour erlosch bereits gegen Ende des 14. Jh. Die T. Macabré in Pruntrut wurden gegen 1450 durch eine Heirat Herren von Montvoie und starben mit Jean 1549 aus. Die T. Ouldriot des dritten Zweigs hatten ab 1279 die Herrschaft Delle inne; der 1546 verstorbene Jean war ihr letzter Vertreter im Mannesstamm. Dieser soll als Hauptmann der dt. Landsknechte unter Franz I. in franz. Diensten gestanden sein. Seine Schwester Marguerite heiratete 1504 Jean de Saulx, den Nachkommen eines berühmten Burgunder Geschlechts. Ihr Sohn Gaspard (1509-73) erbte den Namen T. und begründete die franz. Linie der Saulx-T. Er nahm auf Seiten der Liga an den ital. Kriegen und an den Religionskriegen teil und hatte 1572 Mitverantwortung für die Morde der Bartholomäusnacht. 1570 wurde er Marschall von Frankreich. Diese Linie verschwand mit dem Hzg. Roger-Gaspard-Sidoine (1806-45), Pair de France.

Quellen und Literatur

  • A. Quiquerez, «Pierre-Pertuis - T.», in Actes SJE, 1872, 115-123
  • F. Steulet, «Les nobles de T.», in Intervalles, 2011, Nr. 89, 19-23