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Matter

Burgerl. Geschlecht der Stadt Bern. Nach Meinrad, der 1286 in der Schlacht bei Wimmis gefallen ist, und einigen weiteren Angehörigen des Geschlechts des 14. Jh. erscheint um 1400 der Grossrat Johann als Stammvater der späteren M. Er war wie die meisten seiner Nachfahren Mitglied der Gesellschaft zum Roten Löwen (Mittellöwen), was vermuten lässt, dass das Geschlecht dem Gerbergewerbe entstammte und dann durch Handel zu grossem Reichtum kam. Johanns Sohn Peter (1422), ebenfalls Grossrat, kaufte die Herrschaften Bottigen im Oberhasli und Hünigen. Peters Neffe Johann (1444), Grossrat und Schultheiss von Thun, fiel als Hauptmann in der Schlacht bei St. Jakob an der Birs. Nachdem schon Johanns Bruder Heinzmann (1465) Stubengeselle zum Narren und Distelzwang geworden war, erreichte das Geschlecht mit dessen Sohn Heinrich (->) seinen Höhepunkt. Im Twingherrenstreit von 1471 schlug sich Heinrich auf die Seite des das Kleidermandat brechenden Adels, 1495 stieg er zum Berner Schultheissen auf, und 1496 wurde er auf dem Romzug Kg. Maximilians I. zum Ritter geschlagen. Mit Heinrich erlosch das Geschlecht in männl. Linie. Der gesellschaftl. Stellung der Fam. M. entsprachen deren Heiratsbeziehungen mit den in Bern verburgerten und zur Führungsschicht zählenden Fam. Tschachtlan, Zigerli von Ringoltingen, von Muleren und von Diesbach, den aus der Waadt stammenden Adeligen de Villarzel sowie mit den führenden Freiburger Geschlechtern Velga und d'Affry.

Quellen und Literatur

  • von Stürler, Geschlechter 2, 375-386
  • von Rodt, Genealogien, Erg.Bd., 215-219