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vonCampell

Rittergeschlecht aus dem Domleschg, das vermutlich die Burg C. um 1200 gründete und bis ins 14. Jh. deren Inhaber war. Im bischöfl. Urbar erscheint gegen Ende des 13. Jh. Egeno de Campelle. Im späten 14. Jh. müssen die Herren von C. bereits ausgestorben sein, denn in einer Urbarnotiz ist 1389 die Rede von Gütern, "die vormals dero von Capell lehen warent". 1418 empfingen Hans und Lorenz von den Frh. von Rhäzüns ein Gut in Safien als Erblehen, was darauf hindeutet, dass sich das Geschlecht in rhäzüns. Dienste begab und verbauerte.

Eine genealog. Ableitung der gleichnamigen Engadiner Adelsfam. von Ardez und Susch, wie das der Geschichtsschreiber Ulrich C. behauptete, ist quellenmässig nicht zu belegen. Seit dem 15. Jh. ist die Fam. C. im Engadin fassbar. 1499 erscheint zu Bivio-Stalla ein Gaudentz als Alt-Landammann. Ab Beginn des 16. Jh. treten die C. in Susch (1510 Durisch) und Lavin auf. Dieser Linie entstammten der Humanist, Reformator und Chronist Ulrich (->) und Luzius Conradin gen. Lüza (1821-75), Hauptmann im Sonderbundskrieg, der ab 1860 eine Bierbrauerei in Susch besass und sich für die Förderung der Braunviehzucht und der Waldbewirtschaftung einsetzte. Sein Sohn Riet (->) stiftete das Engadiner Museum in St. Moritz, sein Enkel Rudolf (1893-1985) war Hochgebirgsarzt, Alpinist in Pontresina und SAC-Zentralpräsident (1941-43). Peider Champell (1891-1958) aus Ardez, ab 1936 als Musikreferent und Kunstkritiker Redaktor beim sozialdemokrat. "Volksrecht" in Zürich, trat als Förderer des rätorom. Liedguts hervor. 1952 komponierte er die Festspielmusik zur Erinnerung an den Loskauf des Unterengadins von Österreich.

Quellen und Literatur

  • StAGR, Urkunden-Slg. 1
  • P. Schmid-Ammann, Peider Champell, 1958
  • O. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 134-138
  • Bündner Jb., 1986, 148
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