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Dienstadelsgeschlecht des Hochstifts Chur aus dem Oberhalbstein, hauptsächlich in Salouf wohnhaft. Die Herkunft der F. ist nicht geklärt. Sie erscheinen in der 2. Hälfte des 14. Jh. als Dienstadelige des Hochstifts Chur. 1367 war ein F. an der ersten Ständeversammlung des Hochstifts Chur beteiligt. Im 14. und frühen 15. Jh. stehen die F. im Oberhalbstein im Schatten der mächtigeren Herren von Marmels, die ständig das Amt des churbischöfl. Vogts des Oberhalbsteins bekleideten. 1390 wurde jedoch ein Vertreter der Familie F. churbischöfl. Vogt auf der Bärenburg im Schams. Ob die F. die Lehen der am Ende des 13. Jh. ausgestorbenen churbischöfl. Dienstleute von Salouf geerbt haben, muss offen bleiben. Einen gewissen sozialen Aufstieg erlebte die Fam. im 15. Jh. Um 1473 war erstmals ein F. Vogt des Oberhalbsteins. Bis zur Ablösung der bischöfl. Herrschaftsrechte 1526 hatten mehrere F. dieses Amt inne, darunter der berühmteste Vertreter der Fam., Benedikt (->). Ausserdem stellten sie mehrere Kastellane im Vinschgau. In der Mitte des 15. Jh. waren die F. churbischöfl. Lehensträger in Brienz im Oberhalbstein. Ende des 15. und Anfang des 16. Jh. amteten sie zeitweise auch als bischöfl. Vögte im Lugnez. Nach dem Untergang der churbischöfl. Landesherrschaft begann der soziale Abstieg des Geschlechts. Die bleibende Integration in die Oberschicht des neuen Dreibündestaates gelang im 16. Jh. nicht. Allerdings war auch die Stellung der F. als churbischöfl. Dienstadelige im 14. und 15. Jh. eine rein lokale. Das Konnubium der Fam. umfasste, soweit feststellbar, Standesgenossen aus dem Oberhalbstein, dem Oberengadin, dem Lugnez und dem Bergell (u.a. aus den Fam. von Planta und von Marmels).

Quellen und Literatur

  • BiA Chur
  • StAGR
  • C. Willi, Calvenschlacht und Benedikt F., 1971
  • O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984
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