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Scheck

Adelsfam. des 13. bis 16. Jh., die im Unterengadin und im oberen Vinschgau begütert war und im Dienste der Vögte von Matsch, der Bf. von Chur sowie der Gf. von Tirol stand. Die S. waren vermutlich ein Zweig der Herren von Ardez. Ihr ursprüngl. Wohnsitz war wohl Ardez, ab 1238 sind sie in Laatsch (Vinschgau) nachweisbar. Im Vinschgau verbanden sie sich durch Heiraten mit dem lokalen Adel, dann im 14. und 15. Jh. mehrfach mit den Planta. Erster fassbarer Vertreter der Fam. ist Ulrich, der 1220-62 als Domscholaster von Trient wirkte. Der in Laatsch ansässige Burkhard (erw. 1231-59) trat wiederholt als Zeuge sowie als Bürge und Schiedsrichter auf. Vermutlich sein Sohn Burkhard war 1288 Kastellan von Tarasp. In der 1. Hälfte des 14. Jh. standen die S. vorwiegend im Dienst der Vögte von Matsch, mehrheitlich betraut mit Verwaltungsaufgaben. Kriegsdienste leistete Hertegen (erw. 1304-39), der 1304 an der Ermordung des Abts von Marienberg durch Vogt Ulrich von Matsch beteiligt war, sowie Achatius (erw. 1339-56). Dieser liess sich gemeinsam mit seinem Bruder Erasmus (erw. 1347-75) in Goldrain (Vinschgau) nieder, nach dessen Ortsnamen sie sich benannten. Georg (erw. 1402-36), der nebst dem Turm der S. in Ardez einen Turm in Laatsch besass, übernahm 1411 vom Churer Bf. Hartmann von Werdenberg-Sargans die Burg Steinsberg im Unterengadin als Pfandschaft. Balthasar, ein Enkel Georgs, war seit 1485 als Pfandinhaber von Steinsberg Richter und Schlosshauptmann. Im Schwabenkrieg geriet er in österr. Gefangenschaft und wurde zusammen mit anderen Engadiner Geiseln 1499 in Meran ermordet. Seine Kinder, die letzten Nachkommen im Engadin, verkauften Steinsberg 1502 an Hans Planta. Der Tiroler Zweig der Fam. erlosch 1580.

Quellen und Literatur

  • O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 192-195
  • M. Blaas, Dorfbuch Laatsch, 1998, 19-22
  • A.-M. Deplazes-Haefliger, Die S. im Engadin und Vinschgau, 2006
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