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daGiornico

Adelsfam. aus der Leventina, die ihren Stammsitz spätestens ab dem 12. Jh. in G. hatte. Der Familienstamm umfasste wahrscheinlich auch die Geschlechter der da Sobrio und da Iragna. Die da G., die Güter in der ganzen Leventina, aber auch im Bleniotal besassen, gehörten im 12. und 13. Jh. zu den bedeutendsten örtl. Grundbesitzern. Die polit. Geschicke der Fam. wurden im 12. Jh. durch ihre Nähe zur kaiserl. Partei bestimmt. Hatte sie sich in den ersten Jahrzehnten des 12. Jh. für einige Zeit der Regierung des Mailänder Domkapitels gebeugt, so schlug sie sich, als Kg. Konrad III. und Ks. Friedrich I. Barbarossa versuchten, sich die Herrschaftsrechte über die ambrosian. Täler wieder anzueignen, auf deren Seite. In den Jahren 1160-76 nahm Bernardo (->) den Titel eines Vogts (avogadro) an; er war ihm von den Gf. von Lenzburg verliehen worden, die ihrerseits vom Kaiser mit den Tälern des nördl. Tessin belehnt worden waren. Nach der Niederlage Barbarossas bei Legnano 1176 setzte sich erneut die Herrschaft der Mailänder Kirche über die Region durch. Die Stellung der lokalen Gemeinschaften, die in den Feudalgeschlechtern eine Gefahr für die eben erlangte Verwaltungsautonomie sahen, wurde gestärkt. In den letzten Jahrzehnten des 12. Jh. verloren die da G. ihre herausragende Stellung, konnten sich aber in der örtl. Führungsschicht halten. Als die Leventiner Gem. 1227 die Alpweiden der Leventina aufteilten, befand sich unter den Vertretern der Vicinanza G. der Notar Alberto da G., der wahrscheinlich identisch ist mit einem der Zeugen zugunsten des Mailänder Domkapitels in einem Prozess von 1224 um dessen Herrschaft über die Täler. Von dieser Zeit an bewahrte die Fam., obwohl sie auf die Feudalrechte verzichtet hatte, eine gehobene gesellschaftl. Stellung. Verschiedene ihrer Glieder bekleideten wichtige Ämter und tauchen als Notare, Richter und Vertreter der Mailänder Herrschaft auf. Der erste, von dem man Kenntnis hat, ist Giovanni de Notario da G., 1236 bezeugt als Vertreter des Podestà Obizzone Visconti in der Leventina.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 1
  • Meyer, Blenio
  • G. Vismara et al., Ticino medievale, 1990