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Schenk vonKastel

Niederadliges Thurgauer Geschlecht, benannt nach der Burg K. oberhalb von Tägerwilen, die es im 13. Jh. als Lehen des Bf. von Konstanz innehatte. Seine Güter und Rechte lagen in und um Konstanz, am Unter- und entlang des Obersees. Erstmals bezeugt ist die Fam. 1175 mit Ulrich, Albert, Conrad und Bertold. Von ihrer Generation gingen vermutlich die Zweige K. und Schenk von K. aus. Einwandfrei unterscheiden lassen sich diese allerdings erst nach 1300. Als erster K. hatte Konrad 1200-24 das bischöfl. Schenkenamt inne. Wie die übrigen K. des 13. Jh. trat er öfters als Zeuge des Bischofs auf. Jener Zweig der K., der nach 1290 mit Erfolg in den königl. und v.a. in den österr. Dienst gewechselt hatte und dabei die Grundlagen für eine eigene Herrschaft gelegt hatte, starb um 1318 mit dem letzten weltlichen männl. Vertreter Dietegen aus. Im 14. Jh. stagnierte der Aufstieg der Familie. Spätestens ab 1320 lebten Schenk Burkhart und sein Bruder Ulrich auf der von den Herren von Oetlishausen - evtl. ebenfalls eine frühe Linie der K. - ererbten Burg gleichen Namens. Burkharts gleichnamiger Sohn wechselte 1363 auf die Burg Mammertshofen, die er von Hug Tumb von Neuburg als Pfand des Abtes von St. Gallen erworben hatte. Ihren Höhepunkt erreichte die Fam. Anfang des 16. Jh. Ein Urenkel des letztgenannten Burkhart, Ulrich (->), kam 1492 in Besitz der Herrschaft Oberbüren und der Glattburg (von den verschwägerten Schenken von Landegg). Unter wirtschaftl. Druck veräusserte die Fam. ab Ende des 16. Jh. immer grössere Teile ihres Besitzes. Ein Zweig der Fam. wanderte in den süddt. Raum aus, wo er sich im 17. Jh. v.a. im Bistum Eichstätt zu etablieren vermochte. Die männl. Linie starb 1902 in Deutschland aus. In direkter Nachfolge erlosch die Fam. 2004 in Österreich.

Quellen und Literatur

  • J. Meyer, «Gesch. des Schlosses Kastell», in ThBeitr. 43, 1903, 70-189
  • A. Bodmer, A. Näf, «Die Glattburg an der Thur», in NblSG 90, 1950, 1-26
  • Sablonier, Adel
  • M. Kaiser, «Die Strafanstalt des Grafen Schenk von Castell in Oberdischingen», in Pfalzbrief, 1993, Nr. 2, 8-10
  • L. Hollenstein, M. Kaiser, «Alemannen, Ritter, Lehenbauern», in Benediktinerinnen-Abtei St. Gallenberg in Glattburg bei Oberbüren, hg. von M. Kaiser, 2004, 128-131
Kurzinformationen
Variante(n)
Schenk von Castel