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Grotte aux Fées

Umgangssprachliche Bezeichnung für eine Gruppe von Grotten und Balmen des Wallis, in denen kleine Burgen errichtet wurden. Baulich oder historisch gehören einzelne Bauten mit anderen Namen dazu, während gleichzeitig einige nicht bebaute Höhlen und Grotten im Unterwallis (Saint-Maurice) und in der übrigen französischen Schweiz G. genannt werden. Die heute bekannten Bauten befinden sich in den Gemeinden Chamoson, Grône, Hérémence, Crans-Montana (Mollens), Mont-Noble (Nax), Siders, Sitten, vielleicht auch Arbaz und Vétroz. Konstruktive Besonderheiten sind die Mischbauweise mit Holz und Stein, wobei in früherer Zeit Stein, später Holz überwog, schalenförmig an den Fels gelehnte Mauern und die Verwendung von Gipsmörtel. Ihre Gemeinsamkeit, an der die Namen gebende Sagentradition der Feen anknüpft, ist ihre enge Verbindung mit dem felsigen Baugrund. Von den G. zu unterscheiden sind die ähnlich konstruierten mittelalterlichen Wachtposten im Tal von Leukerbad. Die schwer zugänglichen Refugien entstanden vom 12. bis 15. Jh. vorwiegend in bischöflichem Gebiet und dienten der lokalen Bevölkerung zur geschützten Verwahrung wichtiger Güter in unsicheren Zeiten, so während der Savoyerkriege und des Raronhandels. Die bekannten schriftlichen Quellen schweigen zu den G., es gibt jedoch archivalisch belegte Parallelen (Ermitage de Longeborgne, evtl. Höhlen von Gerunden).

Quellen und Literatur

  • L. Högl, Burgen im Fels, 1986
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