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vonHospental

Ritteradliges Geschlecht aus dem Urserntal mit Zweigen in Luzern und ab dem 13. Jahrhundert auch in Arth. Der Name Hospental lässt sich möglicherweise von ospedale herleiten, der Herberge des Klosters Disentis, und der danach benannten Burg Hospental, welche die Hospental als Amtleute des Klosters bewohnten. Eine durchgehende Genealogie kann nicht erstellt werden. Beim 1203 genannten Walterus de Ursaria könnte es sich um das erste bekannte Mitglied der Familie handeln. Die Hospental sind 1285 erstmals mit Hans namentlich bezeugt. Sie hatten Güterbesitz in Ursern und in der oberen Leventina, ca. von 1300 bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts auch in Uri. Anfang des 14. Jahrhunderts waren sie Inhaber von Erblehen des Zürcher Fraumünsters im Meieramt Silenen und in Altdorf (UR). In Luzern ist ab 1289 bis um 1350 ein Zweig der Familie nachweisbar. Heinrich (->) wurde als habsburgischer Parteigänger 1317 von König Ludwig dem Bayern seiner Ämter in Ursern entsetzt, womit die Familie dort für längere Zeit ihre politische Bedeutung einbüsste. Nach Klaus, um 1396-1400 Ammann von Ursern, sank die Familie im Tal in eine unbedeutende politische und soziale Stellung ab. Der Zweig in Arth spielte im 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle: Drei Vertreter walteten als schwyzerische und österreichische Ammänner in Zug, so 1374-1387 Johann, 1387/1388 Hartmann und 1399-1404 Rudolf. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts ging dieser Zweig in der bäuerlichen Oberschicht auf, wenn auch Vertreter der Familie noch vereinzelt öffentliche Ämter innehatten. So waren Mitte des 15. Jahrhunderts Hans Ludwig und Jost Landvögte im Gaster, gegen Ende des 16. Jahrhunderts wirkte Sebastian als Ratsherr im Land Schwyz und Landvogt im Maggiatal und Franz Anton war 1773-1775 Landvogt in Sargans sowie Landesseckelmeister. Im 17. Jahrhundert gehörten Vertreter des Arther Zweigs zu den führenden Mitgliedern der sogenannten Nikodemiten, einer Gruppe heimlicher Protestanten, die nach Verfolgung und Vermögenskonfiskation nach Zürich übersiedelten.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 4, 276-279
  • L. Suter, «Die von Hospental», in Gfr. 95, 1940/41, 1-118
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Zitiervorschlag

Franziska Hälg-Steffen: "Hospental, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.10.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020257/2007-10-29/, konsultiert am 18.06.2024.