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vonSchönenwerd

Stadtzürcher Ritteradelsgeschlecht des 13. bis 15. Jh., benannt nach der Wasserburg S. an der Limmat vor Dietikon. Die Fam. besass Güter und Vogteirechte im Limmattal und auf dem Heitersberg, zwischen Albis und Zugersee sowie durch Heirat im Reusstal, v.a. als Lehensträger der Gf. von Kyburg, später der Hzg. von Habsburg-Österreich. Mitte des 13. Jh. wurden die S. Bürger von Zürich. Im 14. Jh. waren sie zudem in den österr. Landstädten Baden und Bremgarten verburgrechtet. Die genealog. Abfolge ist über sieben Generationen einigermassen bekannt, wobei wegen häufiger Vornamensgleichheiten eine Zuordnung oft problematisch ist. Sie beginnt mit Heinrich, der erstmals 1243 wahrscheinlich als Zürcher Ratsmitglied erwähnt wird, und Ulrich, der nach 1241 bis 1266 mehrmals als Ratsmitglied bezeugt ist. Der Verwandtschaftsgrad der beiden "Stammväter" lässt sich nicht eruieren. Der von Heinrich ausgehende Zweig scheint bereits nach der Mitte des 13. Jh. ausgestorben zu sein. Heiratsbeziehungen bestanden mit den Herren von Freienstein, den Ritteradligen von Werdegg, von Wile (bei Bremgarten) und Biber sowie ab der Mitte des 13. Jh. bis um 1320 mit den Zürcher Rittern Mülner. Während die S. im 13. Jh. ein bedeutendes Ratsgeschlecht waren, begann spätestens ab 1290 der wirtschaftl. Niedergang in der Stadt Zürich. Einzelne Vertreter der Fam. wie Hartmann, erwähnt ab 1316, übersiedelten nach Bremgarten. Die von seinem Bruder Heinrich ausgehende Zürcher Linie verarmte zusehends und suchte den ökonom.-sozialen Niedergang durch Einheirat in wohlhabende Zürcher Bürgerfamilien aufzufangen. Mit dessen Enkeln, den Brüdern Rüedeger (erw. 1392-1410) und Heinrich (erw. 1402-16), starb die Fam. aus.

Quellen und Literatur

  • K. Heid, «Die Burg S. bei Dietikon», in Njbl. von Dietikon 17, 1964, v.a. 3-9
  • Sablonier, Adel
  • M. Lassner-Held, Der Zürcher Stadtadel 1330-1400, Liz. Zürich, 1989