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vonWellenberg

Ostschweiz. ritteradlige Fam. des 13.-17. Jh., im Besitz der Burg W. mit Gütern und Rechten um Frauenfeld sowie am Untersee. Ihren Ursprung hatte die Fam. mit den ihnen eng verbundenen von Salenstein und von Riedern in einer Reichenauer Ministerialengruppe, die sich im 13. Jh. entlang des Untersees und bis ins Tösstal ausbreitete. Erster Namensträger ist Walther, der 1204 seinen Besitz in Neufrach (Baden, D) dem Kloster Salem übertrug. 1248 wird ein W., wohl Walther, Meier von W. genannt. Die 1259 von Zürcher Truppen zerstörte Burg liess Heinrich (bis 1311 erw.) wieder aufbauen. Sie gelangte 1338 über seine Tochter an die Herren von Spiegelberg. Sein 1259 erw. Bruder Rudolf (vor 1306) liess sich vor 1300 in Frauenfeld nieder. Unter dessen Sohn Konrad, der 1331 im Rat sass, gelang der Fam. eine bescheidene Karriere im Dienst der habsburg.-österr. Landesherrschaft, wofür sie versch. Pfänder erhielt. In der 2. Hälfte des 14. Jh. musste sie aber unter wirtschaftl. Druck Teile ihres Besitzes aufgeben, so auch die geerbte Burg Salenstein und die um 1350 als Fürstenberger Lehen übernommene Herrschaft Pfungen. Nachdem Rudolf (erw. 1360) in der Schlacht bei Näfels 1388 gefallen war, gingen weitere Teile an die Zum Thor in Frauenfeld, während Reichenauer Lehen ans Kloster zurückfielen. Im 15. Jh. liessen sich Zweige der Fam. u.a. in Winterthur, Zürich und Konstanz nieder. 1454-1524 besass der erfolgreiche Zweig in Konstanz, der 1533-36 mit Hans auch den Bürgermeister und Reichsvogt stellte, erneut die Gerichtsherrschaft Pfungen. Als letzte Vertreter der Fam. lebten Hans Heinrich (1617-95) und seine Nichte Anna Elisabeth Hofmeister-W. (1677-1752) in Zürich.

Quellen und Literatur

  • K. Hauser, Die W. zu Pfungen, 1898
  • K. Burkhardt, Stadt und Adel in Frauenfeld 1250-1400, 1977, 59-63, 84-86, 120 f., 157, 190, 212 f.
  • Sablonier, Adel
  • C. Heiermann, Die Ges. "Zur Katz" in Konstanz, 1999, 109-112