de fr it

vonWindegg

Meier von Windegg

Ostschweiz. Ritteradel des 13.-14. Jh., dessen Güter und Rechte sich im Sarganserland, im Gaster und in der March konzentrierten. Es handelte sich nicht um ein agnatisch verbundenes Geschlecht, sondern um mehrere, schwierig auseinanderzuhaltende Linien teils ungeklärter Herkunft. Diethelm, als erster bekannter Namensträger 1229 erwähnt, stammte vielleicht aus dem Umfeld der Gf. von Rapperswil. Um 1240 waren die W. Meier des Klosters Säckingen im Tal Glarus, dann auch der Klöster Pfäfers und Schänis am Walensee bzw. im Gaster. Ihr Amt wurde in der Folge zu einem festen Bestandteil des Namens. Womöglich ausgehend von der Burg Niederwindegg (Schänis) bauten die W. ab Mitte des 13. Jh. mit ihren neuen Burgen Oberwindegg (Niederurnen) und Nidberg (Mels) durch Rodungen einen eigenen Herrschaftsbereich auf, der nach ihrem Aussterben 1288 mit dem Meieramt an Kg. Rudolf I. von Habsburg fiel. Eine ritteradlige Linie ohne den Zunamen Meier ist ab 1277 im Dienst des Fürstabts von St. Gallen belegt. Ihr Verhältnis zu einer wohl aus dem Umfeld der Zürcher Ritter von Glarus stammenden Linie erscheint ungeklärt. Fassbar ist sie ab 1300 mit Hartmann I. (ab 1300 erw., vor 1316). Dieser beanspruchte 1308 vergeblich das Meieramt in Glarus. Seine Ehe mit Gertrud von Landenberg, einer Tochter Hermanns II., ebnete ihm den Weg zu einer erfolgreichen Karriere im habsburg.-österr. Dienst. Sein Sohn Hartmann II. (erw. 1316-59) nahm Sitz auf der Burg Maienfeld und bewegte sich im Gefolge der Gf. von Werdenberg-Sargans. Er war ab 1351 Reichsvogt in St. Gallen und 1358 auch österr. Vogt in Glarus. Seine Tochter und Alleinerbin Anna, die Ehefrau Johann von Bodmanns, verkaufte Maienfeld 1355 an die Gf. von Toggenburg, die Herrschaft Nidberg 1371 an Habsburg-Österreich.

Quellen und Literatur

  • Sablonier, Adel
  • F. Rigendinger, Niederadlige Herrschaftsbildung im Sarganserland: die Meier von W. im 13. und 14. Jh., Liz. Zürich, 1999
  • F. Rigendinger, Das Sarganserland im SpätMA, 2007, 58-62, 130, 445