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Dorer

Der Badgasthof Hinterhof. Aquatinta von Franz Hegi, veröffentlicht in Die Badenfahrt von David Hess, Zürich 1818, S. 66 (Schweizerische Nationalbibliothek).
Der Badgasthof Hinterhof. Aquatinta von Franz Hegi, veröffentlicht in Die Badenfahrt von David Hess, Zürich 1818, S. 66 (Schweizerische Nationalbibliothek).

Seit 1488 in Baden eingebürgerte, noch heute bestehende Gastwirt- und Politikerfam. Schon im frühen 16. Jh. in den Räten vertreten, stellten die D. 1589 erstmals und später wiederholt den Schultheissen, oft den Stadtschreiber, im 17. und 18. Jh. viermal den Untervogt der Grafschaft Baden und im frühen 19. Jh. zweimal für kurze Zeit den Stadtammann. 1710-1810 waren nacheinander drei D. Pröpste des Badener Chorherrenstifts. Die D. waren mit allen bedeutenden Bürgerfam. der Stadt verschwägert, v.a. mit den Baldinger, Borsinger, Falck und Schnorf, zudem oft mit Bremgarter und Innerschweizer Bürger- und Patrizierfam. Mehrere Familienmitglieder besassen Gasthöfe in der Stadt und in den Bädern, z.B. von 1732 bis Ende des 19. Jh. den Badgasthof Bären und 1639-1872 den Hinterhof. Kaspar (1600-76) gelang mit dem Kauf dieses bedeutenden Badgasthofs der ökonom. Aufstieg. Er war ab 1661 jedes zweite Jahr Schultheiss und leitete 1658-68 den Wiederaufbau der Feste Stein. Die 1675 von ihm gegr. Familienstiftungen, u.a. für Studierende der Fam., trugen wesentlich zum dynast. Bewusstsein der Fam. bei und hatten bis ins 20. Jh. Bestand. Die Ursuline Maria Euphemia (->) war seine Enkelin. Joseph Ludwig (1738-1802) war Arzt, Schultheiss und Stadtschreiber. Sein Sohn Franz Ludwig Fidel (->) und sein Enkel Ignaz Eduard (->) markierten als Aargauer Regierungsräte den polit. Zenit der Fam. Dank der Heirat des Letzteren mit der Tochter des reichen Staadhofwirts Karl Martin Egloff gingen grössere Vermögenswerte in Dorer'schen Besitz über. Ignaz Eduards Hinwendung zu Kunst und Literatur ― nach einem aufsehenerregenden, für die Fam. endgültigen Abgang aus der Politik ― übertrug sich auf die Söhne Robert (->) und Edmund (->). Der Architekt Otto (->) war ihr Cousin zweiten Grades.

Quellen und Literatur

  • StadtA Baden, Nachlässe und Stiftungsakten
  • Schweiz. Geschlechterbuch 4, 787-792
  • W. Merz, Wappenbuch der Stadt Baden und Bürgerbuch, 1920, 65-70
  • O. Mittler, Gesch. der Stadt Baden, 2 Bde., 1962-65