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Schmid von Bellikon

Urner Fam., aus dem Val d'Ossola eingewandert, anfänglich nicht mit den Schmid von Uri verwandt. Peter Schmid kaufte sich 1566 in das Landrecht von Uri ein. Johann Martin (->) erwarb mit seinem Sohn Johann Balthasar (1615-92) 1640 das Schloss und die Gerichtsherrschaft Bellikon von Magdalena Keller aus Basel. Die Fam. übernahm ab 1645 den Zunamen von Bellikon, besass aber weiterhin einen Sitz am Rosenberg in Altdorf (UR). Die S. liessen 1676 nach mehrjährigen Auseinandersetzungen mit dem Pfarrer von Rohrdorf neben dem Schloss eine Kapelle bauen. Im 2. Villmergerkrieg 1712 plünderten Zürcher Truppen Schloss und Kapelle.

Eine Enkelin von Johann Balthasar heiratete um 1727 den aus einer anderen Urner Fam. Schmid stammenden Johann Franz Josef Schmid. Ihr Sohn Jost Anton Schmid, Landammann von Uri 1782-84, und ihr Enkel Anton Maria Schmid waren die letzten Gerichtsherren von Bellikon und führten deswegen auch den Zunamen von Bellikon.

Der Bruder von Johann Balthasar, Johann Franz (->), amtierte 1653-55 als eidg. Landvogt von Baden und zweimal als Landammann von Uri. Sein Sohn Johann Martin (->) gelangte 1674 durch seine Heirat mit Anna Maria Magdalena von Roll in den Besitz von Schloss und Herrschaft Böttstein. Seine Nachkommen nannten sich von Bellikon und Böttstein, behielten aber den Wohnsitz in Uri. Einzelne waren im Solddienst tätig und gehörten zu den einflussreichsten Urner Magistraten. Johann Martins Enkel Franz Joseph (->) erlangte 1753 das bischöfl.-konstanz. Amt des Obervogts von Klingnau und Zurzach, das er und sein Sohn Johann Martin (->) bis zum Ende des Ancien Régime ausübten. Der Urenkel von Franz Josef, Ständerat Karl (->), war einer der Wortführer der kath.-konservativen Partei im Kulturkampf. Sein Sohn Ernst (1854-1923) verkaufte 1893 das Schloss Böttstein. Die Fam. starb 1942 mit der nächsten Generation im Mannesstamm aus.

Quellen und Literatur

  • StAUR, Familiennachlass der Schmid von Uri
  • W. Merz, Die ma. Burganlagen und Wehrbauten des Kt. Aargau 1, 1905, 110 f., 136
  • BLAG, 676
  • Kdm AG 6, 1976, 340-348
  • S. Brian Scherer et al., Das Kirchspiel Leuggern, 2001
  • Bellikon, 2003, 57