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Schnorf

Fam. von Meilen, die ab der Mitte des 14. Jh. nachgewiesen ist. Ein Familienzweig siedelte sich in Baden an und ein anderer, in Zürich eingebürgerter, starb zu Beginn des 17. Jh. aus. Hans, auch Kleinhans genannt, erwarb in Baden das Badgasthaus zum schwarzen Bären und wurde hier 1526 als Bürger aufgenommen. Wahrscheinlich zog er im Zuge der Reformation von Meilen in das katholisch gebliebene Baden. Er stieg rasch in städt. Ämter auf und starb 1560. Die Fam. stellte in der Folge zahlreiche Ratsmitglieder, Stadtschreiber und geistl. Würdenträger. Der Urenkel von Hans, Ulrich (->), wurde 1615 Schultheiss. Sein Sohn Hans Ulrich stiftete 1651 mit seinen Vettern das Schnorf'sche Stipendium, mit dem die geistl. Ausbildung junger Bürger gefördert werden sollte. Dieser Fonds blieb bis ins 20. Jh. bestehen. Die Fam. übernahm gegen Mitte des 17. Jh. das polit. Erbe der Bodmer und avancierte zum führenden Geschlecht Badens mit guten Beziehungen zur habsburg. Monarchie. Kaspar Ludwig (->) wirkte nach einer erfolgreichen Karriere im Dienst des Fürstabts von St. Gallen ab 1675 als Schultheiss von Baden. Mit den Spekulationen seines Sohns Joseph Ludwig, der als ehem. Vogt von Kaiserstuhl in einen Falschmünzerprozess verwickelt gewesen war, begann der Niedergang des Geschlechts. 1738 wurde über dessen Witwe der Konkurs verhängt. Beat Anton, ein Neffe Kaspar Ludwigs, exponierte sich 1712 als Parteigänger der kath. Orte, intrigierte am kaiserl. Hof gegen Zürich und Bern und wurde geächtet. Politisch nicht mehr wohlgelitten und ökonomisch angeschlagen, starb das Geschlecht zu Beginn des 19. Jh. aus.

Quellen und Literatur

  • W. Merz, Wappenbuch der Stadt Baden und Bürgerbuch, 1920, 262-273
  • O. Mittler, Gesch. der Stadt Baden, 2 Bde. 1962-65
  • B. Meier, «Der S.-Konkurs im Herbst 1738», in Badener Njbl. 79, 2004, 119-129
Kurzinformationen
Variante(n)
Schnorff