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d'Avenches

Von der Mitte des 12. Jahrhunderts an belegte Familie des niederen Waadtländer Adels, aus Ministerialen des Bischofs von Lausanne hervorgehend, welche das Meieramt Avenches innehatten. Dem Geschlecht entstammten einige Domherren von Lausanne und Basel, zahlreiche Priester von Avenches und anderen Pfarreien der Diözese Lausanne sowie bischöfliche Kastlane. Vom Ende des 14. Jahrhunderts an trugen einige Mitglieder der Familie den Titel von Mitherren von Combremont-le-Grand. 1536 versuchte Bernard (vor 1539) vergeblich, Combremont unter freiburgische statt bernische Herrschaft zu stellen; im folgenden Jahr verkaufte er die Herrschaft. Er besass auch die Herrschaft Donatyre, die sein Sohn Claude (vor 1569) 1546 an die Praroman veräusserte. Herrschaftliche Rechte hatten die d'Avenches auch zum Beispiel in Villarepos, Cugy (FR), Russy, Prévondavaux und Cronay inne, womit sie eine nicht unbedeutende Stellung innerhalb des Waadtländer Adels einnahmen: 1456, anlässlich der feierlichen Zusammenkunft der Waadtländer Ständeversammlung bei der Übergabe des Landes an den Prinzen von Piemont (Amadeus IX. von Savoyen), war das Geschlecht mit vier Personen unter den 34 Herren vertreten. Im 16. Jahrhundert erlosch die Familie. Mit Pierre, dem 1360 eingebürgerten Sohn des Junkers Jean, hatte sich ein Zweig in Freiburg niedergelassen und spielte hier mit Guillaume (->) im 15. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Dessen Blutsverwandter Antoine (->) war ab 1468 Statthalter Jakobs von Savoyen, des Grafen von Romont, in der Waadt. Mit seinem gleichnamigen Sohn Antoine starb der Freiburger Zweig aus. Nicht zur Adelsfamilie d'Avenches gehörten die ab der Mitte des 13. Jahrhunderts als Bürger von Freiburg belegten d'Avenches (z.B. Conrad ->), deren Name eine schlichte Herkunftsbezeichnung darstellt.

Quellen und Literatur

  • ACV, Archiv der Société vaudoise de généalogie
  • BCUL, Ms.
  • StAFR
  • J. Gumy, Regeste de l'abbaye d'Hauterive de l'ordre des Cìteaux, 1923
  • Le premier livre des bourgeois de Fribourg (1341-1416), hg. von Y. Bonfils, B. de Vevey, 1941
  • R. Déglon, Yverdon au Moyen Age, 1949, 188-193, 203
  • D. Tappy, Les Etats de Vaud, 1988, 111
  • S. Jäggi, «Eine savoy. Streitschrift gegen Freiburg aus dem Jahr 1448», in FGB 68, 1991, 87-137
  • P. de Castella, Les Fribourgeois qui ont fait de leur ville le 10e canton suisse (1157-1502), 1996
Kurzinformationen
Variante(n)
von Wifflisburg

Zitiervorschlag

Jean-Daniel Morerod: "Avenches, d'", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.12.2002, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020470/2002-12-20/, konsultiert am 02.03.2024.