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deLoës

Vermutlich aus dem Faucigny (Loëx, Gem. Bonne) stammende Fam., im 13. Jh. im Unterwallis nachgewiesen (Vouvry 1250), dann im Entremont ansässig (Bagnes, Sembrancher). Ein Zweig der Fam. liess sich Mitte des 14. Jh. in Aigle nieder. Sowohl im Wallis wie im Waadtland waren die L. häufig Notare, Kastlane und Kommissare. Ihre Ämter trugen ihnen manchmal den Adelstitel ein. François, Notar in Sembrancher, war zwischen 1423 und 1436 wiederholt Vizekastlan und Kastlan von Entremont für den Gf. von Savoyen, desgleichen der adlige Jean in der 2. Hälfte des 15. Jh. Dieser Walliser Zweig der Fam. starb Mitte des 17. Jh. aus. Im Waadtland hatte Martin, Notar und Schöffe am bischöfl. Gericht von Lausanne, das Amt eines Kommissars inne und wurde 1377 mit der Reform der Baronie von Cossonay betraut. Im Ancien Régime hatten die L. - oder, in der häufigeren Schreibweise, die Desloës - vogteiliche Ämter (Isaac, 1724 Statthalter) oder militär. Aufgaben (Jean-François, 1657 Hauptmann von Aigle; Abraham, vor 1724 Major der vier Mandements oder Gebiete der Grosspfarreien von Aigle) inne. Viele Mitglieder der Fam. nahmen auch die städt. Funktionen eines Rats oder Justitiars wahr. Verbindungen gingen sie einzig mit den Burgerfamilien aus der Landvogtei Aigle ein; sie verfügten über kein nennenswertes Erbe. Im 19. Jh. schlugen einige Familienmitglieder eine Laufbahn in der Politik ein. Jean-Louis war erst Statthalter des Vogts, wurde 1803 Mitglied des Waadtländer Gr. Rats und war 1803-22 Statthalter (Präfekt) des Kl. Rats. Aloys (1830-1904) war Oberst, 1870-95 Gemeindepräsident von Aigle und sass 1874-1882 ebenfalls im Gr. Rat. Auguste (->) war politisch auf kant. und eidg. Ebene aktiv.

Quellen und Literatur

  • ACV, FamA
  • Schweiz. Geschlechterbuch 6, 902-908
  • P. Dubuis, Une économie alpine à la fin du Moyen Age 1, 1990, 159-163