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deMontheys

Die Montheolo oder de Montheis, die der Überlieferung nach aus Chambéry kamen, übernahmen im 16. Jh. den Namen des Walliser Marktfleckens Monthey. 1206 trat hier der erste bekannte Vertreter, Rodolphe, als Zeuge auf und hatte 1211 das an Adlige verliehene Amt des Meiers inne. Sein Sohn, Boson, gilt als Stammvater des älteren Zweigs der Meier von Monthey, die deswegen de Majoris genannt wurden, und die dieses Amt bis 1527 innehatten. Ihre Angehörigen besassen zudem wichtige Herrschaftsrechte im Val de Bagnes, insbesondere erhielten sie von der Abtei Saint-Maurice das dortige Mistralamt verliehen. Bosons Bruder Pierre, vor 1296 Vitztum von Massongex, ist der Stammvater mehrerer Zweige, etwa der Waadtländer M., welche die Meierämter von Crissier und Boussens versahen. Der Meier von Boussens, Benoît, war 1526 Vogt von Lausanne. Die anderen Zweige zeichneten sich im Unter- und Mittelwallis aus. Derjenige, der das Vizedominat von Massongex erbte, verkaufte 1605-06 seine Anteile. Nachdem er 1536 Savoyen die Treue gehalten hatte, war er weder so erfolgreich noch so angesehen wie die anderen Zweige, die sich in den Dienst der sieben Zenden gestellt hatten und denen dank Einheiraten in alte Adelsfamilien grössere Erbgüter und -ämter zufielen. François und Jean erbten 1564 die Vizedominate von Ardon, Chamoson, Saint-Pierre-de-Clages, Riddes und 1577 von Siders sowie die bischöfl. Seneschallie von Sitten. François, Hauptmann in franz. Diensten und Seneschall, liess sich in Sitten nieder und erwarb 1584 das dortige Bürgerrecht. Zwischen 1577 und 1798, dem Jahr der Abschaffung der Seneschallie, vererbte sich das Amt über acht Generationen vom Vater auf den Sohn. Einer der Enkel von François, Jean (->), war Walliser Landeshauptmann. 1903 starb Ferdinand (->), Jurist und Politiker, als letzter männl. Nachkomme.

Quellen und Literatur

  • J.-E. Tamini, «Les nobles de Montheolo», in Ann. val., 1928, 161-216
  • von Roten, Landeshauptmänner, 351-360