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de laTourMinisterialen

Im 12.-15. Jh. belegte Ministerialenfam. der Abtei Saint-Maurice (auch de Turre genannt). Die T. verzweigten sich in mehrere, v.a. in den äbt. Territorien Bagnes, Collombey und Ollon, aber auch in Sitten nachgewiesene Linien, deren Filiation nicht geklärt ist. Eine Verwandtschaft mit den Frh. vom Turn und den la T. aus Sembrancher scheint nicht gegeben. Ein früher Vertreter war Johann (1233 erw., vor 1267), 1247 Ritter und 1248 Kastlan von Monthey, der 1252 den Beinamen de Saint-Maurice führte. 1238 erschien er mit seinen Brüdern Peter, Franz, Claude, Peter dem Jüngeren und Colomb in einer Schiedsurkunde zwischen der Abtei und der Stadt Saint-Maurice. Peter war 1269 Lehensmann der Abtei in der Talschaft Bagnes. Johanns Sohn Anton (1289-96 erw.) erbte die Herrschaftsrechte seines Vaters in Montagnier. Durch seine Heirat mit Isabelle de Collombey begründete Anton wohl die Linie der T. de Collombey. Seine Brüder waren Franz, 1296 Prior der Abtei Saint-Maurice, Girold (1289 erw.) und der in Bex begüterte Peter (1298 erw.). Girold erwarb 1300 von Peter den wohl namengebenden Turm in Saint-Maurice und empfing 1312 äbt. Lehen in Ollon sowie 1333 gräfl. Lehen in Bex. 1330 verpflichtete Gf. Aymon von Savoyen ihn zur Kontribution an die öffentl. Lasten der Stadt Saint-Maurice. Im selben Jahr intervenierte der Graf zugunsten Johanns, evtl. Antons Sohn, in Montagnier gegen den Mistral von Bagnes. 1342 urteilte Junker Johann, Antons Sohn, in einem Mordprozess. Evtl. identisch mit jenem ist Jean de la T. de Collombey, der 1374 und 1377 als Mitherr von Montagnier erwähnt wird. Letzter Vertreter der Linie der T. de Collombey war Franz, der 1437 als Mitherr und 1455 als Viztum von Montagnier genannt wird. 1459 schenkte er seine Hälfte der Gerichtsbarkeit Montagnier Pierre de Neuvecelle von Aigle und wurde 1462 in einem Häresieprozess zum Tod verurteilt. Nach der Hinrichtung konfiszierte die Abtei die Güter, was zu langwierigen Auseinandersetzungen mit den de Neuvecelle führte. Der Zweig der T. de Saint-Maurice erlosch um 1430 mit Junker Martin.

Quellen und Literatur

  • J. Gremaud, Documents relatifs à l'histoire du Vallais, 8 Bde., 1875-98
  • Walliser Wappenbuch, 1946, 262