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WladimirVogel

17.2.1896 (bzw. nach gregorianischem Kalender 29.2.1896) Moskau, 19.6.1984 Zürich, Deutscher, ab 1954 von Ascona. Sohn des Rudolf, Kaufmanns, und der Emma geborene Gerzberg. 1) 1930 Katja Sommer, 2) 1954 Aline Valangin, 3) 1965 Ida Maria Tschudi. Wladimir Vogels frühe musikalische Entwicklung stand unter dem Eindruck Alexander Skrjabins. Nach der Internierung im Ural wegen seiner deutschen Abstammung während des Ersten Weltkriegs reiste er 1918 nach Berlin, wo er 1919-1921 bei Heinz Tiessen und 1921-1924 bei Ferruccio Busoni Komposition studierte. Aufgrund seiner jüdischen Mutter, seines Engagements in der Arbeitermusikbewegung und als Bahnbrecher der Neuen Musik verfolgt, floh er 1933 aus Deutschland und liess sich 1939 in Ascona nieder, wo er sich fortan ausschliesslich der Komposition widmete. Ab 1964 lebte er in Zürich. Seine Musik zeichnet sich durch eine eigene Interpretation der Zwölftontechnik aus. Ab 1930 spielte in seinem Schaffen der virtuos-polyphone Sprechchor eine zentrale Rolle. In Vogels Werk ragen die sieben Dramma-Oratorien heraus, eine von ihm entwickelte Gattung. 1960 Berliner Kunst-Preis, 1970 Musikpreis der Stadt Zürich, 1972 Kompositionspreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins.

Quellen und Literatur

  • Verz. der musikal. Werke, hg. von M. Geering, 1992
  • ZBZ, Nachlass
  • C. Piccardi, «Tra ragioni umane e ragioni estetiche: i dodecafonici a congresso», in Norme con ironie, hg. von S. Miceli, 1998, 205-269
  • D. Lanz, Zwölftonmusik mit doppeltem Boden, 2009
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 29.2.1896 ✝︎ 19.6.1984

Zitiervorschlag

Regula Puskás: "Vogel, Wladimir", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.08.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020759/2013-08-26/, konsultiert am 01.03.2024.