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Ernst II.

um 1007, 17.8.1030, im Mauritiusstift Konstanz. Aus dem Geschlecht der Babenberger, Sohn des Hzg. Ernst I. und der Gisela von Schwaben. Unverheiratet. Nach dem Tod seines Vaters wurde E. 1015 Hzg. von Schwaben. Als Minderjähriger stand er unter der Vormundschaft seiner Mutter, später seines Onkels, des Ebf. Poppo von Trier. Durch die dritte Heirat Giselas mit Konrad II. und dessen Wahl zum König 1024 wurde E. Stiefsohn des dt. Königs. Von 1025 bis zu seinem Lebensende befand sich E. in der Rolle des Opponenten seines Stiefvaters Konrad II., der E. in dieser Zeit zweimal auf Vermittlung Giselas begnadigte. Der König gefährdete vermutlich E.s Herrschaftsausübung, insbesondere beanspruchte E. wohl die burgund. Erbschaft - Wipo zufolge fiel E. in den burgund. Aareraum bis Solothurn und vielleicht bis zum Bielersee ein. E. stützte seine Herrschaft auf das Reichsgut, mit der Pfalz auf dem Lindenhof in Zürich als Zentrum, und auf die Reichskirche. Vergeblich versuchte er, die königl. Vasallen in Schwaben der Herzogsgewalt zu unterstellen; das Misslingen dieses Vorhabens führte zu einer Krise der Herzogsherrschaft. Nachdem E. erneut abgesetzt und mit Reichsacht und Kirchenbann belegt worden war, fiel er im Schwarzwald zusammen mit dem ihm treuen Gf. Werner von Kyburg im Kampf gegen Bf. Warmann von Konstanz, dem zuvor das Herzogtum Schwaben übertragen worden war. Das Schicksal des jugendlichen E. wurde in Lied und Sage verherrlicht. Der St. Galler Nekrolog versah seinen Eintrag mit dem Zusatz "decus Alamannorum" (Zierde der Alemannen). E.s Geschichte ging in die bereits ausgebildete Empörersage von einem Hzg. E. von Bayern ein und wurde in Vers und Prosa immer wieder bearbeitet; vom 12. bis 16. Jh. sind zehn Fassungen dieser Sage in deutscher oder lateinischer Sprache (Gesta Ernesti ducis) überliefert.

Quellen und Literatur

  • NDB 4, 624 f.
  • VL 3, 1170-1191
  • LexMA 3, 2179; 4, 2193 f.
  • G. Althoff, Spielregeln der Politik im MA, 1997
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