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Chramnelenus

Felix

nach 590, vor 672 . Trotz seines germ., genauer fränk. Namens wurde C. von Fredegar als Römer betrachtet. Sein zweiter, lat. Name lautete Felix. Wie andere burgund. Adlige des frühen 7. Jh. entstammte C. einer Mischehe: Seine Eltern waren die Römerin Flavia und der Germane Waldelenus. Sein älterer Bruder Donat wurde kurz nach 590 geboren und war 625 bis ca. 660 Ebf. von Besançon. Eine seiner Schwestern, Sirudis, war Äbtissin des Klosters Jura-Moutier in Besançon. Sein Vater stand dem hl. Kolumban nahe und war Herzog des pagus Ultrajoranus und des pagus Scodingorum, dessen Hauptort wahrscheinlich Besançon war. Als Waldelenus vor 636 starb, erbte C. Titel und Funktion eines Herzogs und regierte über die Gebiete beidseits des Jura. 636/637 nahm er am Heerzug Kg. Dagoberts I. gegen die Gaskogner teil. Er nahm 642 Partei für den Hausmeier Flachoald gegen den burgund. Patricius Willibad und bekämpfte die burgund. Truppen vor Autun, wo Willibad den Tod fand. Vor 642 baute er das Kloster Romainmôtier neu auf, das vermutlich bei einem alemann. Einfall zerstört worden war. Er setzte Siagrius als Abt ein und gab dem Konvent die Regel des hl. Kolumban. In dieser Zeit besuchte der hl. Wandregisel, der 649 die Abtei Fontenelle gründete, das Kloster. Mit Zustimmung des Bf. von Lausanne, Prothasius, gründete C. das Kloster Baulmes. Zwei Grabinschriften, die in Baulmes und Yverdon gefunden wurden, bezeugen, dass es ein Frauenkonvent war. C. starb vor Abschluss der Bauarbeiten. Seine Witwe Ermentrudis vollendete die Gründung zwischen 667/668 und 671/672.

Quellen und Literatur

  • G. Moyse, «La Bourgogne septentrionale et particulièrement le diocèse de Besançon», in Von der Spätantike zum frühen MA, hg. von J. Werner, E. Ewig, 1979, 467-488
  • HS I/4, 96 f.; III/1, 233-238, 291 f.
Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ nach 590 ✝︎ vor 672