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Liutfride

Im Elsass begütertes Adelsgeschlecht, das einen Familienzweig der Etichonen bildete. Zu seinem Herrschaftsgebiet gehörten der Sundgau, wo die L. als Grafen amtierten, und das Juravorland (Sornegau) mit dem Kloster Moutier-Grandval, während die mit den L.n verwandten Eberharde im Nordelsass wirkten. Benannt nach Gf. Liutfrid I. (um 865), galten die L. um 900 als die mächtigsten Herren im Elsass und hatten auch Verbindungen mit Italien. Liutfrid I., Sohn des Etichonen Gf. Hugo von Tours (837) und durch seine Schwester Irmingard Schwager Ks. Lothars I., erscheint 849 im Besitz von Moutier-Grandval. Von den beiden Söhnen Liutfrids ist Hugo (vor 884) 866 hier als Laienabt belegt und übernahm Gf. Liutfrid II. (nach 902) nach Hugos Tod mit dem oberrhein. Erbe auch die Leitung des Klosters (bezeugt 884). Liutfrid II. war gemäss Urkunden von 876 und 879 in Italien begütert, wo er wohl im Dienst Ks. Ludwigs II. gestanden hatte; 902 stellte er zusammen mit seinen Söhnen Hunfrid, Liutfrid III. und Hugo das Kloster St. Trudpert im Breisgau wieder her und richtete hier die Familiengrablege ein. 926/937 bestätigte Kg. Rudolf II. Moutier-Grandval Gf. Liutfrid III. als Lehen. Nachdem dieser seinen Besitz unter seine Söhne aufgeteilt und Moutier-Grandval seinem gleichnamigen Sohn übergeben hatte, nahm Kg. Konrad 968 (?) auf Betreiben Ottos des Grossen von Gf. Liutfrid IV. das Kloster in Königsbesitz zurück. Die Spuren der L. verlieren sich um 1000.

Quellen und Literatur

  • MGH DD reg. Burg, 1977
  • M. Borgolte, «Die Gesch. der Grafengewalt im Elsass von Dagobert I. bis Otto d.Gr.», in ZGO 131, 1983, 3-54
  • HS III/1, 284-286
  • M. Borgolte, Die Gf. Alemanniens in merowing. und karoling. Zeit, 1986, 177 f.