de fr it

König

Bis heute bestehende, ehemals regimentsfähige Fam. der Stadt Bern. Deren Stammvater, der aus Orbe zugewanderte Siméon Roy (1548-1625), erwarb 1574 als welscher Apotheker das Berner Burgerrecht zu Schmieden. Das Geschlecht nannte sich fortan K. und teilte sich mit Siméons Söhnen, dem Apotheker Simeon (1581-1648) und dem Arzt David (1589-1644), in zwei Linien auf, aus denen viele Pfarrer, Stadtärzte und Juristen hervorgingen. Darunter befanden sich der wegen seiner pietist. Gesinnung aus Bern verbannte Pfarrer Samuel (->), der nach seiner Rückkehr an der Berner Akademie eine Professur für Mathematik und oriental. Sprachen erhielt, sowie dessen Sohn Samuel (->), der als Mitunterzeichner des Memorials von 1744 an der Henzi-Verschwörung beteiligt war und ebenfalls aus der Stadt verbannt wurde, anschliessend jedoch in Franeker und Den Haag als Philosophieprofessor zu Ansehen gelangte. Ferner betätigten sich einige Vertreter der K. als Gewerbetreibende, etwa der Metzger Abraham (1677-1768), der innerhalb der Linie des Simeon den Zweig zu Metzgern begründete. Andere ergriffen einen Handwerkerberuf (z.B. Schlosser) oder zeichneten sich als Künstler aus wie der Landschafts- und Trachtenmaler Franz Niklaus (->). Die Fam. war abgesehen von ihrem Stammvater und dessen Söhnen anfänglich nur sporadisch im Gr. Rat vertreten und stellte mit Abraham (1631-98) bloss einen Landvogt. Erst die Helvetik öffnete ihr den Weg in die polit. Behörden, z.B. mit der Wahl Abraham Samuels (1771-1849) in den Gr. Rat von Bern. Später traten der Berner Rechtsprof. Karl Gustav (->) als Ständerat und sein Sohn, der Fürsprecher Gustav (->), als Nationalrat hervor.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 4, 287-304
  • E. König, 400 Jahre Bernburgerfam. K., 1968