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Lerber

Ehem. regimentsfähiges Geschlecht der Stadt Bern, das auf den aus Solothurn zugewanderten Tuchscherrer Urs (1620) zurückgeht und ab 1795 das Prädikat "von" trug. Ursprüngl. Namensvarianten waren Lerower und Lerwer. Mit den Söhnen des Urs teilte sich das Geschlecht in drei Hauptlinien, von denen die mittlere bis ins 21. Jh. überdauerte. Die ältere Linie, die auf den Landvogt Samuel (1568-1618) zurückging, erlosch 1753. Die jüngere Linie, die von Landvogt Hans Rudolf (1582-1646) abstammte und der Zunft zu Webern angehörte, starb 1818 aus. Nachdem bereits der Stammvater Urs 1588 in den Berner Gr. Rat gewählt worden war, gelangten bis zum Ende des Ancien Régime zahlreiche Familienangehörige über Schreiberämter, Solddienste und über Universitätsstudien ins Regiment. Urs' mittlerer Sohn Daniel (->) wurde als erster der Fam. 1608 in den Kl. Rat aufgenommen und stieg später zum Venner zu Gerbern und zum Deutschsäckelmeister auf. In der Folge stellten die L. sieben weitere Kleinräte, von denen Samuel (->), Sohn des bereits erwähnten Daniel, und Franz Ludwig (->), dessen Urenkel, ebenfalls Venner wurden. Die mittlere Linie setzte sich über den Rechtsprofessor Sigmund Ludwig (->) und dessen Sohn Franz Rudolf (->), seinerseits Stammvater dreier Äste, bis heute fort. Dessen zwei jüngere Söhne Karl Anton (->) und Beat Rudolf (->) distanzierten sich von der reaktionären Gesinnung ihres Vaters und wandten sich den Liberalen zu. Ersterer wurde während der Regeneration 1833 Berner Schultheiss, Letzterer, ein Gelehrter, gründete die Evang. Gesellschaft. In der Folge ergriffen die Familienmitglieder medizin., techn., kaufmänn., künstler. und pädagog. Berufe oder wurden Pfarrer. Charles Maurice (->), Sohn des Ersteren, der 1838 in Romainmôtier eine Eisenhütte errichtete, und dessen Cousin Theodor (->), der 1859 die Lerberschule ins Leben rief, die im Freien Gymnasium fortbesteht, ragten besonders hervor.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 3, 232-243
  • von Rodt, Genealogien 3, 277-297
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von Lerber