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Willading

Stadtberner Patrizierfamilie, die auf den Metzger Peter zurückgeht. Dieser liess sich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Bern nieder, erwarb das Berner Burgerrecht, wurde Mitglied der Gesellschaft zu Metzgern und wird ab 1450 als Kleinrat erwähnt. Mit den Söhnen seines Enkels Konrad (->) teilte sich das Geschlecht in die ältere Linie des Kleinrats Johann (1560) und in die jüngere Linie von Kaspar (->). Die ältere Linie spaltete sich mit den Söhnen von Hans Rudolf (->) nochmals in drei Zweige. Die Familie war im Regiment überdurchschnittlich präsent: Bis auf wenige Soldoffiziere des 17. und 18. Jahrhunderts sassen fast alle Willading im Grossen Rat, knapp die Hälfte (14) auch im Kleinen Rat. Elf Kleinräte wurden Venner zu Metzgern, drei auch Seckelmeister, nebst Hans Rudolf noch Christian (->) und Sigmund (->). Johann Friedrich (->) stieg zum Berner Schultheissen auf. Die Willading zeichneten sich zudem durch ihre Tätigkeit als Gesandte aus. Sie galten als reich, ohne dass sie wie andere Berner Patrizierfamilien, mit denen sie eng verschwägert waren, über Generationen hinweg Herrschaften vererbten oder Schlösser bauten. Mit Sigmund Rudolf erlosch das Geschlecht 1824.

Quellen und Literatur

  • von Rodt, Genealogien 6, 199-212

Zitiervorschlag

Hans Braun: "Willading", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.10.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020926/2013-10-30/, konsultiert am 23.07.2024.