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Wyttenbach

Noch zu Beginn des 21. Jh. blühendes burgerl. Geschlecht der Stadt Bern. Ab 1363 sind in Biel Träger des Namens nachgewiesen. Als Stammvater steht jedoch erst der um 1400 lebende Bertschi fest. Mit dessen Enkeln Klewi (1480), Gerber und Burgermeister von Biel, und Ulmann (1514) teilte sich die Fam. in die ältere Linie mit dem schrägen Bach und in die jüngere mit dem geraden Bach im Wappen. Beide Linien waren in Biel im Gr. und Kl. Rat vertreten und befanden sich dort bis 1650 in führender Stellung, etwa mit Peter (->), Niklaus (->) und dessen Sohn Samuel (->) als Burgermeister, Venner und Meier. Möglicherweise ging auch der Reformator Thomas (->) aus dieser Fam. hervor. 1710 starben die W. in Biel aus. Der oben erw. Niklaus erwarb 1548 als Erster des Geschlechts das Berner Burgerrecht und gelangte 1560 in den Gr. Rat, wo die Fam. bis zum Ende des Ancien Régime vertreten blieb. Sie stellte drei Kleinräte, darunter Daniel (1742-97), der zum Venner zu Schmieden aufstieg. An der Schwelle zum 19. Jh. spielte Johannes (->) als Politiker eine bedeutende Rolle. Mehrheitlich betätigten sich die Familienmitglieder als Goldschmiede, Bäcker und Gerber; das Geschlecht brachte auch mehrere Apotheker hervor. Vertreter der älteren Linie gehörten zur Gesellschaft zu Mittellöwen oder Zimmerleuten, jene der jüngeren zu Schmieden oder Webern. Auch stellten die W. zahlreiche Schreiber und Pfarrer, unter ihnen Daniel (->) und Jakob Samuel (->), während Daniel (->) Philologieprofessor wurde. Friedrich Albert (->) und sein Sohn Karl Johann Albrecht (->) begaben sich in fremde Dienste. Im 19. und 20. Jh. wandten sich einige Familienangehörige - teils im Ausland - dem Handels- und Bankgeschäft zu, andere wurde Juristen oder Ingenieure. Bis ins 16. Jh. verschwägerte sich die Fam. mit führenden Geschlechtern Biels und Berns, später vermehrt mit burgerl. Familien aus dem Berner Handwerk und der Geistlichkeit. Erst im 19. Jh. kamen wieder vermehrt Heiraten mit Berner Patrizierfamilien zustande. Die ältere Linie erlosch 1944. Ab 1862 trug deren Zweig zu Mittellöwen das Prädikat "von", das 1877 auch die jüngere Linie übernahm.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 3, 561-578
  • von Rodt, Genealogien 6, 314-360
  • W. und M. Bourquin, Biel, stadtgeschichtl. Lex., 1999, 498-500