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Thellung

Das heute noch bestehende Bieler Burger- und Ratsgeschlecht ist seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Ursprünglich aus Ligerz stammend, bürgerten sich die Thellung in Courtelary, 1540 in Biel, dann in La Neuveville, 1633 in Neuenburg und 1848 in Winterthur ein. Die reformierte Familie bekleidete wiederholt Ämter im Fürstbistum Basel, vor allem als Meier in Biel und als Landvögte im Erguel wie Johann Heinrich (->), Johann Heinrich (->) und Johann Franz (->). Sie stellte im 18. Jahrhundert zahlreiche Offiziere in französischen, sardinischen und holländischen Diensten, darunter Viktor Emanuel (->). 1653 wurde sie von Kaiser Ferdinand III. unter dem Namen Thellung de Courtelary in den erblichen Reichsadel erhoben. Die Familie verfügte über ausgedehnten Herrschaftsbesitz im Erguel und Stadthäuser in Biel. Heiratsverbindungen bestanden häufig mit Berner und Neuenburger Familien. Nachkommen des Theophil (1722-1789), der in Sardinien diente, leben zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch in Italien.

Quellen und Literatur

  • AAEB
  • StadtA Biel, Thellungchronik
  • E. Quartier-la-Tente, Les familles bourgeoises de Neuchâtel, 1903
  • A.E. Bloesch, Verfassungsgesch. der Stadt Biel von der Frühzeit bis zum Sturz des Familienregiments im Jahre 1798, 1977
  • W. und M. Bourquin, Biel, stadtgeschichtl. Lex., 1999, 446-448

Zitiervorschlag

Thomas von Graffenried: "Thellung", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.12.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020933/2012-12-04/, konsultiert am 03.03.2024.