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Wettstein

Ref. Basler Ratsgeschlecht, ursprünglich aus Russikon. Das Jahr der Einbürgerung lässt sich nicht nachweisen. Der Kellermeister und spätere Spitalmeister Hans Jakob (1555-1615) gehörte ab 1610 der Zunft zu Rebleuten an. Bereits Hans Jakobs Sohn Johann Rudolf (->) wurde Bürgermeister. Dessen Söhne Johann Rudolf (->) und Johann Friedrich konnten durch Bildung und Heirat in der Oberschicht die gesellschaftl. Stellung halten. Johann Friedrich und sein Sohn Johann Ludwig waren Zunftmeister, Landvögte und Dreizehnerherren und mehrten das Familienvermögen. Johann Rudolfs gleichnamiger Sohn Johann Rudolf (->) und Johann Friedrichs Sohn Johann (->) waren einflussreiche Gelehrte. Johanns Bruder Johann Rudolf (->) bekleidete ebenfalls das Amt des Bürgermeisters. Dessen Sohn Abel (1690-1760) vertrat die W. in der vierten Generation im städt. Regiment, kommandierte die Stadtgarnison, war Dreizehner und Landvogt. Abels Bruder Johann Friedrich (->) wurde u.a. Schultheiss. Johann Jakob (->), Urenkel des Johann Rudolf (->), erlangte als Theologe international Anerkennung. Als letzter öffentl. Vertreter der W. hatte Zunftmeister und Oberstleutnant Rudolf Emanuel (1761-1835) erhebl. Anteil an den militär. Operationen gegen die Landschaft Basel, die 1833 zur Kantonstrennung führten. Die Fam. starb in Basel 1908 mit Freifrau Marie von Molsberg geb. W. aus. Die Familienzweige im Kt. Zürich blühten noch zu Beginn des 21. Jh. weiter und einige ihrer Mitglieder liessen sich wieder in Basel nieder.

Quellen und Literatur

  • StABS, PrivA
  • F. Burckhardt, «Rudolf W.'s männl. Nachkommen in Basel», in Basler Jb., 1911, 60-87
  • N. Röthlin, Die Basler Handelspolitik und deren Träger in der zweiten Hälfte des 17. und im 18. Jh., 1986