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LeodegarSalzmann

Porträt des letzten Abts der Herrschaft Engelberg, gemalt von Johann Melchior Wyrsch, 1778 (Kloster Engelberg).
Porträt des letzten Abts der Herrschaft Engelberg, gemalt von Johann Melchior Wyrsch, 1778 (Kloster Engelberg).

22.2.1721 (Franz Anton) Luzern, 14.5.1798 Engelberg, kath., von Luzern. Sohn des Leodegar, Gastwirts, und der Katharina Meyer. Jesuitenschule in Luzern, ab 1736 Klosterschule Engelberg. 1737 Eintritt ins Kloster, 1738 Profess, 1744 Priesterweihe, 1750 Grosskellner, 1754 Prior, 1767 klösterl. Statthalter und Pfarrer in Sins. Ab 1769 Abt von Engelberg. 1761 unterzeichneten S. und die Luzerner Kaufleute Falcini einen Vertrag, mit dem in Engelberg die Seidenkämmelei eingeführt wurde, die bis ins 19. Jh. für das Tal einen wichtigen Erwerbszweig bildete. Mit physiokrat. Verbesserungen der Viehhaltung und Rationalisierungsmassnahmen verlieh er dem Engelberger Käsehandel über den Gotthard frische Impulse. Der offene und kunstsinnige S. gründete 1768 mit seinem Jugendfreund Franz Joseph Leonti Meyer von Schauensee die Helvet. Konkordiagesellschaft. Der Zürcher Pfarrer Johann Rudolf Schinz, mit dem er regen Briefverkehr pflegte, bezeichnete ihn als aufgeklärten Prälaten, was sich weniger auf seine polit. Ideen, als vielmehr auf seine Menschenfreundlichkeit und seine soziale Verantwortung gegenüber den Untertanen bezog. 1774 gingen die geistl. Vollmachten der Engelberger Äbte wieder an den Bf. von Konstanz zurück, wodurch S.s Status eingeschränkt wurde. Auf Druck der Engelberger Talleute und auf Anraten des späteren helvet. Justizministers Franz Bernard Meyer von Schauensee verzichtete das Kloster 1798 auf seine Herrschaftsrechte und die Talbewohner wurden in die Unabhängigkeit entlassen, so dass S. der letzte Abt der freien Herrschaft Engelberg war.

Quellen und Literatur

  • HS III/1, 647-649
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