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MartinGuntern

11.11.1538 Münster, 16.3.1588 Sitten, von Goms und ab 1579 von Sitten. Sohn des Martin und der Katharina Hug. 1) 1560 Anastasia von Schalen, Tochter des Thomas, Kastlans von Sitten, Witwe des Paul In Hoffen, Meiers von Goms, 2) 1576 Katharina Kalbermatten, Tochter des Niklaus, Kaufmanns, Schwester von Nikolaus Kalbermatten, beide sehr einflussreiche Politiker und unter den bedeutendsten Salzhändlern des Landes. Martin Guntern studierte in Basel erst bei Thomas Platter, dann an der Universität (1556-1557). 1557 wurde er als Notar aufgenommen. 1559-1560 besuchte er eine französische Universität als einer der beiden Walliser Stipendiaten, denen der französische König jährlich ein Stipendium ausrichtete. 1566-1567 war er Landvogt von Evian für den Zenden Goms. 1569 liess er sich in Sitten nieder und amtierte ab 1570 bis zu seinem Tod als Landschreiber, nahm in dieser Funktion aktiv an der Revision des Walliser Landrechts teil und übersetzte es ins Deutsche (1571-1573). Ferner leitete er den Bau des Landesarchivs und der Landesschule. Als Stadtkonsul von Sitten sass er 1584-1585 im Landrat. Er wurde mit mehreren diplomatischen Missionen beauftragt, unter anderem mit solchen nach Frankreich (Salz, Pensionen, Erneuerung der Allianz) und Mailand (Salz). Während der Pestepidemie 1578-1585 flüchtete er ins Berner Oberland, dann nach Solothurn. Guntern scheint nicht so sehr Staatsmann gewesen zu sein, sondern vielmehr Ausführender und Ratgeber im Dienst von Persönlichkeiten wie dem Landeshauptmann Johann In-Albon; dieser heiratete seine Witwe. Der Briefwechsel mit seinen Söhnen ist eine interessante Quelle für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Wallis.

Quellen und Literatur

  • A. Dubois, Die Salzversorgung des Wallis 1500-1610, 1965
  • A. Fibicher, Walliser Gesch. 3/2, 1995, 9-36
  • C. Schnyder, Reformation und Demokratie im Wallis (1524-1613), 2002
Weblinks
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Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 11.11.1538 ✝︎ 16.3.1588

Zitiervorschlag

Rachel Siggen-Bruttin; Alain Dubois: "Guntern, Martin", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.03.2008, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/021370/2008-03-13/, konsultiert am 25.06.2022.