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Johann ConradMeyer

5.5.1544 Schaffhausen, 18.6.1604 Maienfeld, ref., von Schaffhausen. Sohn des Conrad (->). 1570 Helena Studer, Tochter des Jacob, Kaufmanns und Bürgermeisters von St. Gallen. Schulen in Schaffhausen, 1562-67 Stud. an den Univ. Basel, Heidelberg, Orléans und Padua (Dr. iur.). 1570-71 Urteilssprecher in Schaffhausen, 1570-72 Mitglied des Gr. Rats (Vertreter der Beckenzunft), 1571-77 Säckelmeister, 1572-77 Obmann des Ehegerichtes, 1572-99 Mitglied des Kl. Rats, 1574-77 Obervogt über Merishausen und Bargen, 1575-77 Statthalter, 1577-99 Bürgermeister von Schaffhausen (alternierend), 1599-1604 Lehrer in Maienfeld. M.s. Amtszeit als Bürgermeister war geprägt durch die Wirren der Gegenreformation. Er fungierte wiederholt als Gesandter und Schiedsrichter, so u.a. 1582 bei der Erneuerung des Bündnisses in Paris, 1587 im Mülhauserkrieg und 1597 bei der Teilung des Landes Appenzell. Unter seiner Ägide wurden 1585 die Erneuerung der Rheinbrücke in Angriff genommen und 1589 die Bauarbeiten an der Festung Munot abgeschlossen. Er unterhielt auch Kontakte mit versch. Gelehrten wie z.B. Basilius Amerbach dem Jüngeren. 1599 flüchtete M. nach seinem überraschenden Konkurs (aufwendiger Lebensstil, unglückl. Bürgschaften) aus Schaffhausen. M. starb im Exil in Maienfeld in ärml. Verhältnissen. Er war einer der bedeutendsten Bürgermeister von Schaffhausen und übte auch in der Eidgenossenschaft einen gewissen polit. Einfluss aus.

Quellen und Literatur

  • H.U. Wipf, Sonnenburggut, 1988, 19-52
  • H.U. Wipf, «Johann Conrad M.», in SchBeitr. 68, 1991, 138-146
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