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Johann RudolfSchmid von Schwarzenhorn

17.4.1590 Stein am Rhein, 12.4.1667 Wien, ref., von Stein am Rhein. Sohn des Felix, Ratsherrn und Stadthauptmanns. 1645 Helena Margareth Fellner von Feldegg, Tochter des Mathias, kaiserl. Münzmeisters in Wien. S. besuchte die Schulen in Stein am Rhein. Nach dem frühen Tod seines Vaters kam er in die Obhut eines österr. Offiziers, den er 1599 nach Verona zu einer künstler. Ausbildung und anschliessend in den Krieg gegen die Türken begleitete. 1606 geriet S. als türk. Kriegsgefangener in Sklaverei, in der er die türk. Sprache erlernte. 1624 von einem kaiserl. Gesandten losgekauft, vermittelte er bis 1629 als Dolmetscher und Diplomat den Frieden zwischen dem Osman. Reich und Österreich. 1629-43, während des Dreissigjährigen Kriegs, war S. kaiserl. Resident in Istanbul. Ab 1644 gehörte er dem österr. Hofkriegsrat in Wien an, dem er ab 1651 vorstand, und leitete die Ostpolitik. 1648-54 weilte S. erneut als Vertreter des Kaisers in Istanbul und verhinderte den Kriegseintritt der Türken. 1647 erfolgte seine Erhebung in den Adelsstand als Frh. von Schwarzenhorn in Anlehnung an sein Geburtshaus. 1660 schenkte er seinem Heimatort ein Porträt seiner Person sowie einen silbernen Ehrenpokal. 1664 bat S. als kaiserl. Gesandter den Vorort um die Einberufung einer ausserordentl. Tagsatzung, die daraufhin am 12. März in Baden stattfand. Dort erlangte er von den Eidgenossen die Zusage für 1'000 Zentner Schiesspulver als Unterstützung des Ks. Leopold im Krieg gegen die Türken. S. trat auch als Dichter, Maler und Kunstsammler, insbesondere von Bildern aus Istanbul, in Erscheinung.

Quellen und Literatur

  • StadtA Stein am Rhein, Schwarzenhorniana
  • ADB 31, 695-699
  • F. Rippmann, «Der Besuch des Frh. von Schwarzenhorn in Stein am Rhein», in SchBeitr. 32, 1955, 174-178
  • P. Meienberger, Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn als kaiserl. Resident in Konstantinopel in den Jahren 1629-1643, 1973
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