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HansIm Thurn

1535 Schaffhausen, 31.3.1611 Schaffhausen, ref., von Schaffhausen. Sohn des Beat Wilhelm, Schaffhauser Kleinrats. 1559 Margaretha Stokar, Tochter des Benedict, eines wohlhabenden Handelsherrn und Bankiers. Aus einem reichen, der Schaffhauser Oberschicht angehörenden Geschlecht stammend, konnte I. sein Vermögen durch seine Heirat bedeutend vergrössern. Als Erbe seines Schwiegervaters wurde er am Salzbrunnen im savoy. Moûtiers beteiligt, was ihm aber angesichts polit. Wirren Probleme bereitete. Wiederholt wandten sich I. und andere Gesellschafter wegen ihrer Beteiligung an die franz. Krone und an das Reichskammergericht zu Speyer. 1607 trat I. den halben Teil seines Salzbrunnens mit allen Ansprüchen ab. Bedeutend waren I.s Kreditgeschäfte, so gewährte er im Besonderen auch der Stadt Schaffhausen und der franz. Krone Kredite. In der Gerichtsherrschaft Thayngen, die seiner Fam. gehörte, amtierte I. als Gerichtsherr. 1575 erwarb er das Schloss zu Altikon, die Gerichte, das Dorf und weitere Güter. Auch politisch absolvierte I. eine erfolgreiche Karriere: Bis 1560 war er Urteilssprecher, 1561 Vogtrichter. Nachdem er 1562 zum Obherrn der Herrengesellschaft gewählt worden war, nahm er auch Einsitz im Kl. Rat. 1563-78 und ab 1588 amtierte er als Scholarchenrat, 1565-68 als Seckelmeister. 1564-65 war er Obervogt von Herblingen und auf dem Reiat, 1572 und 1574 zu Schleitheim sowie 1587 zu Neunkirch, 1584-86 schliesslich Reichsvogt. Das Amt eines Geheimrats bekleidete er 1589, jenes eines Pannerherrn 1591.

Quellen und Literatur

  • J.H. Bäschlin, «Aus dem Tagebuche des Bürgermeisters Hans I.», in SchBeitr. 5, 1884, 32 f.
  • J.J. Rüeger, Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen 2, 1892, 1039 f.
  • A. Steinegger, «Schaffhausens Handel und Verkehr nach der Westschweiz und Lyon», in SchBeitr. 39, 1962, 11 f.
  • K. Schmuki, Steuern und Staatsfinanzen, 1988, 228-230
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