de fr it

Guler von Wyneck

Davoser Ämter- und Adelsgeschlecht, später auch in Malans und Chur ansässig. Wann und woher das Geschlecht nach Davos kam, ist unbekannt. Nach der "Rhetischen Cronica" von Fortunat Sprecher von Bernegg war ein Lucas G. 1322 Hauptmann der Davoser und soll als solcher in einer Fehde auf der Seite der Vazer gegen den Churer Bf. gekämpft haben. In einer Aufzeichnung der Davoser Geschlechternamen aus der Mitte des 15. Jh. fehlt der Name G. jedoch. Die lückenlose Genealogie der Fam. beginnt mit Peter, der gemäss Hans Ardüser 1499 in der Schlacht an der Calven einer der Anführer der Truppen aus dem Zehngerichtenbund war. Sein Sohn Hans (->) wurde 1536 als Erster seines Geschlechts Davoser Landammann und damit gleichzeitig Bundslandammann des Zehngerichtenbundes. Bis 1621 hatten die G. dieses Amt noch zumindest während weiteren 28 Jahren inne (Johann Peter ->, Peter ->). Danach verschwinden sie aus den Bundslandammannslisten. Auch unter den namentlich bekannten Davoser Landammännern ist nach dem Waser'schen Spruch von 1644, der die genannte Ämterkumulation aufhob, kein G. mehr zu finden.

Der Landammann des Zehngerichtenbunds und Chronist Johannes Guler von Wyneck im Alter von 69 Jahren. Unsigniertes Ölporträt, 1631 (Rätisches Museum, Chur).
Der Landammann des Zehngerichtenbunds und Chronist Johannes Guler von Wyneck im Alter von 69 Jahren. Unsigniertes Ölporträt, 1631 (Rätisches Museum, Chur).

Erster Inhaber eines Landesamtes im Veltlin war 1531 der oben erw. Hans. Im weiteren Verlauf des 16. Jh. bekleideten die G. noch viermal Landesämter; letztmals 1569. 1550 erhielt die Fam. vom österr. Hof den Adelstitel. Mehrere G. bekleideten im 16. und 17. Jh. Offiziersstellen, vornehmlich in venezian. und franz. Diensten. Ihren polit. wie auch sozioökonom. Höhepunkt erlebte die Fam. mit dem Staatsmann, Offizier und Chronisten Johannes (->), der sich nach dem durch Heirat erworbenen Schlösschen Wynegg (Wyneck, Weineck) oberhalb von Malans nannte. Wynegg blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jh. Wohnsitz der Familie. Mehrfache Heiratsverbindungen bestanden vom 16. bis 17. Jh. zu den Buol, Gugelberg von Moos, Salis und Sprecher, einfache Verbindungen u.a. zu den Castelmur, Hartmannis, Menhardt, dem Churer Ratsgeschlecht Meyer, den Ott, Planta, Schmid von Grüneck sowie den Zürcher Rahn.

Quellen und Literatur

  • A. Mooser, «Die G. von Wyneck», in BM, 1934, 129-152, 161-184
Weblinks
Weitere Links
e-LIR