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Venosta

Aus einem Zweig der Freiherren von Matsch im Vinschgau hervorgegangene Adels- und Ministerialenfamilie aus Mazzo im Veltlin. 1141 erhielt Artuico vom Bischof von Como das Capitanat über die Pieve Mazzo mit der Burg Pedenale. Er verzichtete darauf, eine eigene Herrschaft im Raum Tirano aufzurichten. Egno II. und dessen Sohn Gabardo übten als churbischöfliche Vögte (advocati) ab dem frühen 13. Jahrhundert die hohe Gerichtsbarkeit in den Talgemeinden Poschiavo und Bormio aus. Corrado, 1261 mit Agnes, einer Tochter von Walter von Vaz, verheiratet, baute die Macht der Venosta aus und unterhielt Gastalden in Sondalo und Bormio. 1564-1596 amtierte Nicolaus als Dompropst und Generalvikar von Chur und förderte den Erhalt des geschwächten Bistums. Francesco, Doktor der Rechte, galt mit Giacomo Robustelli als Hauptanführer des Veltliner Mords von 1620. 1797 kämpfte der Kapuziner Nicola an vorderster Front für die Befreiung von der Bündner Herrschaft.

Quellen und Literatur

  • StAGR, Landesakten
  • UB GR 2
  • E. Pedrotti, I Venosta, castellani di Bellaguarda, 1952

Zitiervorschlag

Martin Bundi: "Venosta", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.06.2015. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/021949/2015-06-19/, konsultiert am 21.02.2024.