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Théophile AlexandreSteinlen

Werbeplakat des Künstlers für die in Paris publizierte Tageszeitung Le Journal, 1899 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
Werbeplakat des Künstlers für die in Paris publizierte Tageszeitung Le Journal, 1899 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). […]

20.11.1859 Lausanne, 13./14.12.1923 Paris, ref., von Vevey, ab 1901 franz. Staatsbürger. Sohn des Samuel, Postbeamten, und der Fanny geb. Kreuchi. Enkel des 1834 in Vevey eingebürgerten dt. Malers und Lithografen Christian Gottlieb Théophile S.; Neffe des Aimé (->). Emilie Mey. Nach abgebrochenem Theologiestudium an der Akad. von Lausanne wandte sich S. 1876 der Kunst zu und schloss Bekanntschaft mit Georges Renard. Ab 1879 wirkte er als Textilmusterzeichner in Mülhausen. 1881 zog er nach Paris. Frédéric Willette führte ihn bei Rodolphe Salis ein, dem Besitzer des Kabaretts "Le Chat Noir". In dessen Umkreis lernte S. u.a. Jean-Louis Forain, Henri de Toulouse-Lautrec, Félix Vallotton, Alphonse Allais, George Courteline, Paul Verlaine und Aristide Bruant kennen. Ab 1885 schuf er zahlreiche Illustrationen für Zeitschriften wie "Le Mirliton", "La Caricature", "Le Canard sauvage", "Gil Blas illustré", "Le Rire" und "L'Assiette au beurre", unter dem Pseudonym Petit Pierre auch für das links stehende Organ "Le Chambard socialiste" und das Anarchistenblatt "La Feuille". 1885 begann S. mit Plakatentwürfen, von denen jener für die "Tournée du Chat Noir" (1896) weltberühmt geworden ist. In den 1890er Jahren schloss er Freundschaft mit Emile Zola und Anatole France. Für einige Werke von France schuf er Illustrationen, 1896 ebenso für Aristide Bruants Text- und Chansonsammlung "Dans la rue". Ab 1893 stellte S. regelmässig am Salon des Indépendants aus, später am Salon des Humoristes in Paris, 1903 war er schliesslich mit über 150 Werken an der Berliner Sezessionsausstellung vertreten. Nach 1900 widmete sich S. zunehmend der Buchillustration bibliophiler Ausgaben zeitgenöss. Literatur. Auf den 1. Weltkrieg reagierte er mit 17 Plakaten, die den Krieg und die daraus resultierende Misere für Soldaten und Zivilbevölkerung anklagten. Überhaupt ergriff er immer wieder Partei für die kleinen Leute und denunzierte die Arroganz und den Egoismus der besitzenden Klassen. Neben Toulouse-Lautrec und Jules Chéret gehört S. zu den wichtigsten Vertretern der franz. Plakatkunst des Art Nouveau. Zugleich war er einer der grossen Künstler des polit. Plakats nach der Pariser Kommune. In der S.-Renaissance zu Beginn des 21. Jh. wurde S.s Bedeutung in den sozialkrit., polit. Arbeiten gesehen, doch besonders populär wurde er wegen seiner zahlreichen Darstellungen von Katzen in Zeichnung, Malerei und Plastik.

Quellen und Literatur

  • R. Bergiel, C. Zagrodzki, S.: Plakate, 1986, (Werkverz.)
  • The Spirit of Montmartre, hg. von P.D. Cate und M. Shaw, 1996
  • S. et l'epoque 1900, Ausstellungskat. Genf, 1999
  • J. Christophe, Théophile-Alexandre S., 1999
  • P. Kaenel, Théophile-Alexandre S., l'œil de la rue, Ausstellungskat. Lausanne 2008
  • Daumier, S., Toulous-Lautrec, Ausstellungskat. Evian, 2011
Weblinks
Weitere Links
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 20.11.1859 ✝︎ 13./14.12.1923

Zitiervorschlag

Fehlmann, Marc: "Steinlen, Théophile Alexandre", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 10.01.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/021963/2013-01-10/, konsultiert am 27.09.2021.