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Felix MariaDiogg

Selbstbildnis von Felix Maria Diogg. Rötel, Kohle, mit Kreide weiss gehöht auf Papier, um 1804 (Fundaziun Capauliana, Chur).
Selbstbildnis von Felix Maria Diogg. Rötel, Kohle, mit Kreide weiss gehöht auf Papier, um 1804 (Fundaziun Capauliana, Chur).

1.7.1762 Andermatt, 19.2.1834 Rapperswil (SG), ab 1791 von Rapperswil. Sohn des Johann Columban, Schreiners, Malers, Vergolders und Bauern, und der Katharina Deflorin, von Tavetsch. 1792 Lisette Curti, Tochter des Karl Ludwig, Zunftmeisters. Der grosse Brand von Andermatt von 1766 zwang die Familie Diogg, nach Tschamut überzusiedeln. Hier wurde der Fürstabt von Disentis, Kolumban Sozzi, auf das Talent des Hirtenknaben aufmerksam. Er ermöglichte ihm, 1780 beim Maler Johann Melchior Wyrsch, der in Besançon eine Kunstakademie leitete, in die Lehre zu gehen. 1785-1788 hielt Felix Maria Diogg sich in Florenz, Rom und Neapel auf, 1788 kehrte er in die Schweiz nach Ems zurück, 1789 ging er erneut auf Wanderschaft. Der Maler und Stadtschreiber Felix Christoph Cajetan Fuchs veranlasste Diogg, nach Rapperswil zu kommen, wo er ihn bei den wichtigen Familien einführte. 1790-1791 entstand eine Reihe von Bildnissen der Familien Curti, Fuchs, Rickenmann und Helbling. Vom gehobenen Bürgertum erhielt er zahlreiche weitere Porträtaufträge. 1794 publizierte der inzwischen arrivierte Diogg, beeinflusst von den Ideen der Französischen Revolution, einen offenen Brief, in dem er die Scheinheiligkeit der kleinstädtischen Aristokratie anprangerte. In Zürich porträtierte der zum bedeutendsten klassizistischen Porträtist der Schweiz Aufgestiegene 1793 die Mitglieder der Fabrikantenfamilien Esslinger; in Trogen 1794 Johannes Zellweger. 1797 traf er Goethe in Stäfa. Hier malte er 1798 die "Freiheitstafel für die vom Zürcher Rat gemassregelten Patrioten". Der politisch engagierte Diogg war häufig unterwegs. Er malte in Appenzell, in St. Gallen und Herisau, 1799-1809 in Bern und der Westschweiz, später im Elsass und in Karlsruhe, wo er 1814 die russische Zarin Elisabeth Alexejewna porträtierte, und 1816 in Frankfurt am Main. Zürich aber blieb das Zentrum seines Wirkungskreises. 1819 entstanden in Winterthur Bildnisse der Familien Biedermann, Blum und Sulzer. Felix Maria Dioggs Porträts sind meist einfach aufgebaut und stark auf Details ausgerichtet.

Porträt von Hans Dolder in Militäruniform. Öl auf Leinwand von Felix Maria Diogg, 1801 (Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich, LM-59320).
Porträt von Hans Dolder in Militäruniform. Öl auf Leinwand von Felix Maria Diogg, 1801 (Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich, LM-59320).

Quellen und Literatur

  • W. Hugelshofer, Felix Maria Diogg, 1941
  • BLSK, 266-268
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 1.7.1762 ✝︎ 19.2.1834

Zitiervorschlag

Tapan Bhattacharya: "Diogg, Felix Maria", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.09.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022005/2021-09-23/, konsultiert am 15.07.2024.