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JeanHuber

Voltaire in Ferney. Scherenschnitt aus schwarzem Papier von Jean Huber, um 1760 (Privatsammlung).
Voltaire in Ferney. Scherenschnitt aus schwarzem Papier von Jean Huber, um 1760 (Privatsammlung).

13.1.1721 Chambésy (Gem. Pregny-Chambésy), 21.8.1786 Lausanne, ref., von Genf. Sohn des Jacob, Mitglieds des Rats der Zweihundert, und der Catherine Vasserot. 1747 Marie-Louise Alléon, Tochter des François, Mitglieds des Rats der Zweihundert. 1737-41 im Dienst von Wilhelm VIII., Statthalter des Landgf. von Hessen-Kassel, dann im österr. Erbfolgekrieg im Dienst des Kg. von Sardinien. Ab 1752 im Rat der Zweihundert von Genf. Als autodidakt. Künstler schuf H. gegen 1755 eine neue Form des künstler. Ausdrucks, indem er Landschaften, Genreszenen und der Mythologie entnommene Sujets in Pergament oder Velinpapier schnitt. Diese Werke, die er "tablaux en découpures" (Scherenschnitte) nannte, verkaufte er den Königshäusern Englands, Schwedens und Dänemarks. Etwa ab 1760 wurde er in ganz Europa für seine zahlreichen Voltaire-Bilder bekannt, was ihm den Übernamen "Huber-Voltaire" eintrug. H. stellte die Züge seines berühmten Nachbarn in Öl dar, aber auch in Stichen und als Silhouetten, die er aus Spielkarten oder Papier ausschnitt. Gegen 1768 bestellte Katharina II. von Russland einen Bilderzyklus, der das häusl. Leben des ehrwürdigen Voltaire in Ferney darstellte ("La Voltairiade"). Sein Lebensende verbrachte H. mit dem Stud. von Pferden und Raubvögeln. In der sich entwickelnden Genfer Malschule spielte er eine Vorreiterrolle und war einer der Pioniere der Hirtenmalerei.

Quellen und Literatur

  • G. Apgar, The Life and Work of Jean H. of Geneva (1721-1786), 1988
  • G. Apgar, L'art singulier de Jean H.: voir Voltaire, 1995
  • BLSK, 512
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