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Raspieler

Kath., mittlerweile erloschene Fam. von Glasmachern und Notabeln im Fürstbistum Basel und in der Freigrafschaft Burgund. Germain, Georges und Jean, Enkel des Glasermeisters Georg, der kurz vor 1600 aus Hall im Tirol in den Schwarzwald eingewandert war, liessen sich zwischen 1661 und 1662 im Fürstbistum nieder und wirkten am Aufbau der Glashütte von Lobschez (Gem. Soubey) mit. Ihre Kinder beteiligten sich 1696-1731 als Meister oder Arbeiter an der Gründung von Glashütten in der Freigrafschaft Burgund und 1749 an jener der Glasmanufaktur von Biaufond. Der von Germain abstammende, im Bistum verbliebene Familienzweig gehörte zur lokalen Elite. Melchior (1670-1723) war Arzt und Bürgermeister von Glovelier. Sein Sohn Pierre Joseph (1695-1775) wirkte als Salzmeister, dessen Bruder François Ferdinand (1696-1762) als Pfarrer und Heimatdichter. Einer von Melchiors Enkeln, der Rechtsgelehrte François Ferdinand (1748-1803) amtierte als Hofrat des Fürstbischofs und Generalrat des Dep. Haut-Rhin, ein anderer, François Ignace (1751-1816), wurde Zivilgerichtspräsident. Melchiors Urenkel Pierre Joseph Dagobert (1772-1848) war Anwalt und Bibliothekar an der Zentralschule des Dep. Mont-Terrible.

Quellen und Literatur

  • G.J. Michel, Verriers et verreries en Franche-Comté au XVIIIe  siècle, 2 Bde., 1989
  • W. Neutzling, Die Glasmacherfam. R., 1989

Zitiervorschlag

Jean Michel, Guy: "Raspieler", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.04.2012, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022064/2012-04-27/, konsultiert am 21.10.2020.