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Richard PaulLohse

13.9.1902 Zürich, 16.9.1988 Zürich, konfessionslos, dt. Staatsangehöriger, ab 1935 von Zürich. Sohn des Paul Richard, Chefs de Service, und der Maria Magdalena geb. Krieg. 1) 1936 Irmgard Burchard (1939 Scheidung), 2) 1942 Ida Alis Dürner. Nach dem Tod des Vaters 1915 musste sich L. mit Gelegenheitsarbeiten durchbringen, was ihn für soziale Unterschiede sensibilisierte. 1917 entstanden erste figurative Bilder, die Einflüsse des Expressionismus und Kubismus zeigen. Die Bekanntschaft mit Augusto Giacometti, der sich abstrakt und systematisch mit der Farbe auseinandersetzte, beeindruckte L. tief. 1918 begann er eine Lehre als Reklamezeichner im Atelier Max Dalang und besuchte die Kunstgewerbeschule in Zürich. 1930 gründete er ein eigenes Reklameatelier und wurde als Grafiker und Buchgestalter erfolgreich. 1935-44 unterstützten er und seine zweite Frau antifaschist. Bewegungen in Deutschland. L. verkehrte in den progressiven Kreisen um das Zett-Haus, gehörte zu den sog. Freunden des Neuen Bauens und machte Bekanntschaft mit Künstlern der Avantgarde. 1937 war er einer der Mitgründer der Künstlervereinigung Allianz, 1942 wurde er Mitglied des Schweiz. Werkbundes. 1942-44 dominierten in L.s Werken geometr. Formen, standardisierte Bildmittel sowie additive und serielle Prinzipien. Es entstanden erste modulare und serielle Ordnungen, die Sinnbilder für eine demokrat. Ordnung darstellen. Als Vertreter der Zürcher Konkreten entwickelte L. ein strenges, rationales Bildsystem, das er lieber systematisch als konkret nannte. Neben der Malerei war er in der Publizistik und Gebrauchsgrafik tätig, 1947-55 als Redaktor der Zeitschrift "Bauen + Wohnen" und 1958-65 als Mitherausgeber der "Neuen Grafik". 1972 vertrat er die Schweiz an der Biennale von Venedig. 1973 erhielt L. den Kunstpreis der Stadt Zürich, wobei er das Preisgeld für den Aufbau einer Sammlung konkreter Kunst zurückgab. 1987 Gründung der Richard-Paul-Lohse-Stiftung.

Quellen und Literatur

  • Richard Paul L., Ausstellungskat. Ludwigshafen, 1992
  • BLSK, 648-650
  • Richard Paul L., Ausstellungskat. Zürich, 1999
  • L. lesen, hg. von H.H. Holz et al., 2002
  • Richard Paul L., Ausstellungskat. Tokyo, 2004
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Lebensdaten ∗︎ 13.9.1902 ✝︎ 16.9.1988