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OttoMeyer-Amden

20.2.1885 Bern, 15.1.1933 Zürich, ref., von Bern. Sohn des Karl Felix, Hufschmieds, und der Margaritha geb. Balsiger. Ledig. Kindheit nach Tod der Mutter 1888 bei Pflegeeltern und im Burgerl. Waisenhaus in Bern. Berufslehre als Steindrucker in der Kunstanstalt Lips in Bern, Weiterbildung an der Lithograph. Werkstätte Graf in Zürich und Besuch der Kunstgewerbeschule. 1906 Aufnahme in die Klasse von Peter Halm an der Kunstakademie in München. 1907-12 Königl. Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, Schüler von Christian Landenberger, ab 1909 Meisterschüler von Adolf Hölzel. M. lernte dort seine lebenslangen Freunde Oskar Schlemmer und Willi Baumeister kennen. Auf Einladung von Baumeister und Hermann Huber (1888-67) übersiedelte er 1912 in die Gem. Amden ob dem Walensee (Übernahme des Namenzusatzes). Nach der Auflösung der nur kurz bestehenden Künstlergemeinschaft lebte er bis 1928 zurückgezogen in dem Bergdorf; er widmete sich der Bibellektüre und pflegte einen intensiven Briefwechsel mit seinen Freunden, wobei er sich mit Schlemmer von Anfang an über die Ideen zur Entstehung des Bauhauses austauschte. Neben den Tagebuchblättern entstanden in dieser Periode v.a. Zeichnungen und kleinformatige Landschaften. Ab 1918 setzte sich M. künstlerisch mit seiner Jugendzeit im Waisenhaus auseinander; Kinder- und Jugendbildnisse blieben fortan eines seiner Themen. 1923-25 gestaltete er das Rundfenster in der Zwinglikirche in Zürich-Wiedikon. 1928-32 lehrte M. Gerätezeichnen an der Kunstgewerbeschule Zürich, dann musste er diese Stelle wegen eines Kropfleidens aufgeben. M.s Bedeutung liegt zum einen in seinen figurativen Arbeiten, zum anderen in der Verbindung von religiös-symbol. Thematik und abstrahierender Formensprache. Der Briefwechsel mit seinen Freunden gilt als bedeutendes Zeugnis der Kunstgeschichte.

Quellen und Literatur

  • O. Schlemmer, Otto M.-Amden, 1934
  • BLSK, 724 f.
  • R. Kurzmeyer, Viereck und Kosmos, 1997
  • D. Schwarz, «"Die Landschaft ist ich will nicht sagen schön, sondern auf mich gestimmt was mehr ist" - die Amdener Landschaften von Otto M.-Amden», in Horizonte - Beitr. zur Kunst und Kunstwiss., 2001, 191-198
  • Otto M.-Amden - Oskar Schlemmer, hg. von A. Haldemann, 2007
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Otto Meyer (Taufname)
Lebensdaten ∗︎ 20.2.1885 ✝︎ 15.1.1933