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Johann RudolfRahn

Heligravüre nach einer um 1911 im Zürcher Fotoatelier Philipp & Ernst Link aufgenommenen Fotografie (Schweizerische Nationalbibliothek).
Heligravüre nach einer um 1911 im Zürcher Fotoatelier Philipp & Ernst Link aufgenommenen Fotografie (Schweizerische Nationalbibliothek).

24.4.1841 Zürich, 28.4.1912 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Johann Heinrich, Zürcher Apothekers, und der Maria geb. Ziegler, von Winterthur. Urenkel von Johann Heinrich (->). 1868 Caroline Meyer von Knonau, Tochter des Conrad, Junkers und Staatsschreibers, Cousine von R.s engem Studienfreund Gerold Meyer von Knonau. R. kam als Halbwaise 1843 zu seiner Grossmutter nach Winterthur, 1844 zu seinen Verwandten Margaretha und Johannes Steiger nach Herisau. Mit 14 Jahren kehrte er nach Zürich zurück, wo sich der Pädagoge und Pfarrer Heinrich Cramer um ihn kümmerte. Fürsprecher Eduard Meyer ermöglichte ihm als dessen Vormund die Erlangung der Matura und ab 1860 das Stud. der Kunstgeschichte am Polytechnikum und an der Univ. Zürich. 1863-64 folgten Studienaufenthalte in Bonn, Berlin und Dresden. R. promovierte 1866 und habilitierte 1869. An der Univ. Zürich wurde er 1870 ao. und 1878 o. Prof. für Kunstgeschichte. Ab 1882 war er auch Prof. für Kunstgeschichte am Polytechnikum Zürich.

R. gilt als Gründerfigur der Denkmalpflege und Kunstforschung in der Schweiz. Er verfasste mit der "Geschichte der bildenden Künste in der Schweiz von den ältesten Zeiten bis zum Schlusse des MA" (1876) das erste Standardwerk über die frühe schweiz. Kunstgeschichte. Als wissenschaftl. Experte begleitete er die Restaurierung diverser Bauten, u.a. des Klosters Wettingen und von Schloss Chillon sowie von versch. Bauten in Graubünden, im Tessin und in Zürich. Ferner legte er eine kant. Statistik der schweiz. Kunstdenkmäler an. 1880 war er Mitbegründer und Vizepräs. der Schweiz. Gesellschaft zur Erhaltung hist. Kunstdenkmäler. Die Schaffung des Schweiz. Landesmuseums in Zürich 1890 ging u.a. auch auf R.s Initiative zurück. Er war ein vorzügl. und äusserst produktiver (Architektur-)Zeichner und hinterliess rund 5'000 Zeichnungen.

Quellen und Literatur

  • ZBZ-GS (Zeichnungen)
  • U. Isler-Hungerbühler, Johann Rudolf R., 1956
  • BLSK, 850 f.
  • Johann Rudolf R., Ausstellungskat. Mendrisio, 2004
  • G. Germann, «Johann Rudolf R. und die Ursprünge der Ges. für Schweiz. Kunstgeschichte», in NIKE-Bull., 2005, Nr. 3., 34-39
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Lebensdaten ∗︎ 24.4.1841 ✝︎ 28.4.1912